Inhalt
Auf einen Blick: Hämorrhoiden erkennen
- Frühe Anzeichen wie Jucken, Brennen oder Druckgefühl helfen, vergrößerte Hämorrhoiden zu erkennen
- Veränderungen durch achtsame Selbstbeobachtung früh wahrnehmen
- Vier Grade unterscheiden und Beschwerden richtig einordnen
- Sanftes Kühlen und effektive Salben, wie Posterisan akut, können die Symptome schnell stoppen
- Ernährung, Bewegung und Toilettenverhalten als Basis für langfristiges Wohlbefinden nutzen
Häufig gestellte Fragen
Typische Hinweise auf vergrößerte Hämorrhoiden sind Jucken, Brennen, Nässen oder ein Druckgefühl am After. Kleine Schwellungen oder hellrote Spuren am Toilettenpapier können ebenfalls darauf hindeuten. Wer aufmerksam auf solche Veränderungen achtet, kann vergrößerte Hämorrhoiden früh erkennen und das Fortschreiten oft verhindern.
Beim Hämorrhoidalleiden kann sich vergrößertes Gewebe nach außen wölben. Es fühlt sich weich, feucht und gelegentlich gereizt an. Wenn das Gewebe nicht zurückgleitet, steigt das Risiko für Komplikationen mit starken Schmerzen, etwa einem thrombosierten (mit Blutgerinnsel gefüllten) oder inkarzerierten (eingeklemmten) Hämorrhoidalknoten.
Wichtig zu wissen: Der Begriff „äußere Hämorrhoiden“ wird oft verwendet, ist im Deutschen aber fachlich nicht korrekt. Gemeint sind entweder vorgefallene innere Hämorrhoiden oder eine Analvenenthrombose, also ein Blutgerinnsel im äußeren Venengeflecht am Afterrand. Sie zeigt sich als plötzlich harter, druckempfindlicher Knoten unter der Haut.
Innere Hämorrhoiden sind zunächst kaum spürbar. Erst bei stärkerer Vergrößerung können Druck, Juckreiz oder das Gefühl unvollständiger Entleerung auftreten. Ohne ärztliche Untersuchungsinstrumente werden sie erst sichtbar, wenn das weiche Gewebe beim Pressen nach außen tritt.
Ein Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin ist sinnvoll, wenn Beschwerden anhalten, stärker werden, immer wiederkehren oder wenn Blutungen oder Schmerzen auftreten. Die hausärztliche Praxis ist dabei die erste Anlaufstelle und kann bei Bedarf an Fachärztinnen oder Fachärzte überweisen.
Erste Anzeichen: Habe ich vergrößerte Hämorrhoiden?
Manchmal beginnt alles ganz unscheinbar, zum Beispiel mit hellroten Spuren am Toilettenpapier nach dem Stuhlgang oder einer gereizten Haut im Analbereich. Später können ein leichtes Nässen, feiner Juckreiz am After oder das Gefühl dazukommen, sich nicht vollständig entleert zu haben. Wer vergrößerte Hämorrhoiden früh erkennen möchte, achtet auf solche feinen Anzeichen im Alltag.
Im frühen Stadium sind die Beschwerden meist noch mild. Viele Menschen erleben diese Phase nur vorübergehend und können sie durch einfache Maßnahmen positiv beeinflussen. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung tragen dazu bei, das Gefäßpolster zu entlasten und die natürliche Funktion des Enddarms zu unterstützen. Durch eine solche Basistherapie lässt sich häufig verhindern, dass sich die Symptome verstärken.
Doch Beschwerden im Analbereich sind unspezifisch. Auch wenn ein Hämorrhoidalleiden als häufigste proktologische Erkrankung oft der Auslöser ist, kommen andere Analerkrankungen ebenfalls infrage. Daher ist es wichtig, frühzeitig zu reagieren, eine Basistherapie zu beginnen und bei andauernden oder zunehmenden Beschwerden eine ärztliche Abklärung durchzuführen.
Erste Hinweise lassen sich aber meist noch gut selbst beobachten. Zusätzliche Orientierung bietet unser Selbsttest.
Vier Grade – und gute Chancen, Hämorrhoiden früh zu erkennen
Die Einteilung in vier Grade beschreibt, wie stark das Gefäßpolster im Enddarm verschoben und vergrößert ist und ob es nach außen tritt. Die Stärke der Beschwerden muss dabei nicht immer zur Ausprägung passen. Dennoch gibt es Symptome, die für bestimmte Stadien eher typisch sind.

Grad I: Das Gefäßpolster ist leicht nach unten verschoben und vergrößert, aber von außen weder sichtbar noch tastbar. Typisch sind Blutungen mit hellroten Spuren am Toilettenpapier.

Grad II: Beim Pressen tritt das Gewebe kurzzeitig nach außen und zieht sich danach von selbst wieder zurück. Es kommt häufiger zu Jucken, Brennen, Nässen oder einem leichten Druck- oder Fremdkörpergefühl.

Grad III: Das Gefäßpolster bleibt außerhalb des Afters und lässt sich zurückschieben. Ohne Rückschieben kann die Durchblutung gestört werden, wodurch Komplikationen, wie beispielweise ein Blutgerinnsel, entstehen können, das Schmerzen verursacht.

Grad IV: Das Gewebe liegt dauerhaft außerhalb und lässt sich nicht mehr zurückschieben. In diesem Stadium treten Beschwerden häufiger und deutlich intensiver auf.
Einen breiten Überblick über das Thema sowie hilfreiche Orientierung bietet der Ratgeber Hämorrhoiden.
Wie fühlen sich vergrößerte Hämorrhoiden an?
Ein Druck- oder Fremdkörpergefühl, leichtes Nässen oder analer Juckreiz sind typische Empfindungen bei einem Hämorrhoidalleiden. Wer die Signale richtig deutet, kann vergrößerte Hämorrhoiden früh erkennen und handeln.
Typische Empfindungen und was dahintersteckt
| Grad | Typische Symptome | Wie erkennen? |
|---|---|---|
| Grad I | Gewebe ist vergrößert und leicht nach außen verlagert, von außen jedoch weder sichtbar noch tastbar. Häufigstes Symptom sind leichte Blutungen. | Hellrote Spuren am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl |
| Grad II | Gewebe tritt beim Pressen hervor, zieht sich danach selbst zurück. Vermehrt treten Jucken, Brennen, Nässen, leichtes Druckgefühl auf. | Nach dem Stuhlgang Hämorrhoiden beim Abtasten erkennen: Fühlt sich etwas vorgefallen an? |
| Grad III | Gefäßpolster bleibt zeitweise außerhalb des Afters. Es lässt sich vorsichtig zurückschieben. Druck ist stärker spürbar; ohne Zurückschieben sind Komplikationen möglich. | Ebenfalls sanftes Abtasten am After: Lässt sich das Gewebe zurückführen? |
| Grad IV | Gewebe liegt dauerhaft außerhalb, Rückführung nicht möglich, häufigere und intensivere Beschwerden. | Sicht- oder tastbare Veränderung: dauerhaft vorgefallenes Gewebe |
Was tun bei vergrößerten Hämorrhoiden?
Vergrößerte Hämorrhoiden lassen sich nicht nur erkennen, sondern auch behandeln. Kleine Veränderungen im Alltag machen oft den größten Unterschied.
- Trinken und Ballaststoffe
Mit der richtigen Ernährung Hämorrhoiden begegnen: Täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken, dazu Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte essen. Flohsamenschalen fördern eine geregelte Verdauung und halten den Stuhl weich. - Richtig auf die Toilette gehen
Kurze Sitzzeiten, Pressen vermeiden und eine leicht hockende Haltung (z. B. mit Sitzhocker) einnehmen. So bleibt der Druck im Enddarm gering. - Beruhigen und behandeln
Lauwarme Sitzbäder oder sanftes Kühlen beruhigen gereizte Haut. Zur Symptomlinderung eignet sich eine Hämorrhoiden-Salbe, die auf die Symptome abgestimmt ist.
Hilfe für jede Phase: akut lindern, unterstützen, schützen
Wer früh lernt, das Hämorrhoidalleiden richtig einzuordnen, profitiert von einfachen, wirksamen Maßnahmen, um vergrößerte Hämorrhoiden zu behandeln. So bleibt der Körper im Gleichgewicht – und das Thema verliert an Schwere.
Quellen
S. De Marco und D. Tiso, „Lifestyle and Risk Factors in Hemorrhoidal Disease“, Frontiers in Surgery 8 (2021).
M. Rubbini und S. Ascanelli, „Classification and guidelines of hemorrhoidal disease: Present and future“, World Journal of Gastrointestinal Surgery 11, 3 (2019).
T. Mott, K. Latimer und C. Edwards, „Hemorrhoids: Diagnosis and Treatment Options“, American Family Physician 97, 3 (2018).
V. Lohsiriwat, „Hemorrhoids: from basic pathophysiology to clinical management“, World Journal of Gastroenterology 18, 17 (2012).
P. Alonso-Coello, E. Mills, D. Heels-Ansdell et al., „Fiber for the treatment of hemorrhoids complications: a systematic review and meta-analysis“, American Journal of Gastroenterology 101, 1 (2006).






