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After nässt

Nässen am After zählt neben Jucken und Brennen zu den typischen Symptomen verschiedener Analerkrankungen. Dazu gehören vergrößerte Hämorrhoiden, ein Analekzem, Feigwarzen sowie andere chronische und infektiöse Erkrankungen im Analbereich.

9 min Lesezeit

Geprüft von: Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor, DR. KADE Health Care, Berlin

Eine Person in Shorts steht vor der Toilette und fasst sich mit einer Hand ans Gesäß, mit der anderen an den Spülkasten.

Auf einen Blick: After nässt

  • Nässen am After entsteht meist, wenn die Feinabdichtung gestört oder die Haut bzw. Schleimhaut gereizt ist, sodass Schleim, Wundsekret oder kleine Stuhlmengen austreten.

  • Häufig tritt das Symptom zusammen mit Jucken und Brennen auf und gehört zum sogenannten analen Symptomenkomplex verschiedener Analerkrankungen.

  • Eine der häufigsten Ursachen sind vergrößerte Hämorrhoiden; in diesem Fall können Salben mit Hamamelis, z. B. FAKTU Lind Hämorrhoidensalbe, Linderung verschaffen

  • Auch Analekzeme, Feigwarzen (HPV-Infektion), Infektionen oder selten ein Tumor im Analkanal können Nässen am After auslösen.

  • Ärztlicher Rat ist wichtig bei anhaltenden Beschwerden oder zusätzlichen Symptomen wie Schmerzen, Blut im Stuhl oder übelriechendem Sekret

Häufig gestellte Fragen

Nässen am After entsteht, wenn die Feinabdichtung des Analkanals gestört ist oder die gereizte Haut bzw. Schleimhaut im Analkanal vermehrt Sekret produziert oder Wundsekret absondert. Dann können Darmschleim, Wundsekret oder kleine Stuhlreste austreten und die Haut rund um den After dauerhaft feucht halten. Häufig tritt das Symptom zusammen mit Jucken und Brennen auf.

Ja, vergrößerte Hämorrhoiden zählen zu den häufigsten Auslösern. Wenn sich die Gefäßpolster vergrößern und nach unten verlagern, kommt es leichter zu Feuchtigkeitsabsonderungen und Reizungen im Analbereich. Bei weiterem Voranschreiten der Erkrankung kann der After sogar nicht mehr vollständig schließen. Dadurch können Schleim und Stuhlreste noch leichter austreten. Wenn der After wegen Hämorrhoiden nässt, kann eine Salbe mit Hamamelis, z. B. FAKTU lind Hämorrhoidensalbe, nässende und brennende Stellen beruhigen.

Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn die Beschwerden länger anhalten oder zusätzlich Symptome wie Schmerzen, Blut im Stuhl oder unangenehm riechendes Sekret auftreten. Das kann auf Infektionen, einen Abszess, eine Analfistel oder andere behandlungsbedürftige Erkrankungen hinweisen.

Warum nässt der After überhaupt?

Normalerweise sorgt der gesamte Kontinenzapparat dafür, dass der After vollständig verschlossen bleibt. Nässen am After entsteht, wenn die Feinabdichtung dieses Verschlusses gestört ist oder die Haut bzw. Schleimhaut im Analkanal gereizt wird: Dann können Schleim, Wundsekret oder geringe Stuhlmengen unkontrolliert austreten und die umliegende Haut dauerhaft feucht halten.

Nässen am After gehört wie auch Jucken und Brennen zu Symptomen, die bei verschiedenen Analerkrankungen auftreten können – oft in Kombination. Fachleute sprechen auch vom analen Symptomenkomplex. Wenn der After nässt und juckt, sind die Ursachen in den meisten Fällen harmlos oder gut behandelbar.

Relativ häufige Auslöser sind etwa ein Hämorrhoidalleiden (vergrößerte und symptomatische Hämorrhoiden) oder ein Analekzem; in seltenen Fällen kann ein Tumor im Analkanal hinter den Symptomen stecken. Gerade wenn der After nicht nur nässt, sondern das Sekret auch ungewöhnlich riecht, kann das auf eine Analfistel, einen Abszess oder eine Infektion hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden. Doch auch bei normalem Nässen empfiehlt sich ein Besuch in der Arztpraxis, wenn die Symptome lange anhalten oder häufig wiederkehren.

Unabhängig von der genauen Ursache ist es sinnvoll, den gereizten Analbereich schonend zu reinigen, idealerweise nur mit Wasser zu säubern und behutsam trocken zu tupfen. Kratzen, Reiben (auch mit Toilettenpapier), starkes Schwitzen und parfümierte Pflegeprodukte können die Beschwerden verschlimmern.

Eine Person steht im Badezimmer und fasst sich ans Gesäß.

Wenn der After aufgrund von Hämorrhoiden nässt

Hämorrhoiden als solche sind keine Krankheit. Sie sind kleine Gefäßpolster, die ringsum am Ausgang eines jeden Enddarms angeordnet sind. Meist fallen sie erst dann auf, wenn sie sich verändern und vergrößern und die Hämorrhoiden Symptome wie zum Beispiel Nässen am After verursachen. Dann spricht man auch von einem Hämorrhoidalleiden.

Wenn der After nässt und juckt, stecken häufig vergrößerte Hämorrhoiden dahinter. Schätzungen zufolge leiden zwei Drittel der Erwachsenen im Lauf ihres Lebens unter spürbaren Problemen durch Hämorrhoiden. Zwar können Probleme mit den Hämorrhoiden in jedem Alter auftreten, die meisten haben aber tatsächlich das erste Mal zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr damit zu tun.1

Zu den Beschwerden kann es kommen, wenn sich die Gefäßpolster vergrößern und nach unten sacken. Wie genau das geschieht, ist wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt. Das Risiko für ein Hämorrhoidalleiden steigt durch harten Stuhl und chronische Verstopfung, aber ebenso mit häufigem Durchfall. Auch Übergewichtige sowie Frauen während und nach einer Schwangerschaft sind häufiger betroffen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Wie entstehen Hämorrhoiden?

  • Ein älterer Mann sitzt auf einem Sofa und schaut auf ein Tablet.

    Wie entstehen Hämorrhoiden?

    Erfahren Sie, welche Hämorrhoiden-Ursachen bekannt sind und wie sich vergrößerte Gefäßpolster im Alltag entwickeln können

    Zu den Hämorrhoiden-Ursachen

Häufig fallen krankhaft veränderte Hämorrhoiden das erste Mal durch rote Blutspuren am Toilettenpapier auf. Besonders beim Stuhlgang werden die empfindlichen Gefäße leicht verletzt. Zu Nässen am After kommt es meist erst mit tendenziell weiter vergrößerten Hämorrhoiden.

Während im Anfangsstadium eines Hämorrhoidalleidens eher selten Nässen auftritt, steigt das Risiko für dieses Symptom, je mehr die Knoten nach außen hervortreten und die Feinabdichtung beeinträchtigen, sodass Darmschleim und Stuhlreste unkontrolliert austreten können. Anhaltende Feuchtigkeit reizt die empfindliche Haut rund um den After.

Blühende Hamamelis-Zweige mit gelben Blüten in Nahaufnahme.

Was hilft, wenn der After wegen Hämorrhoiden nässt?

Die Wahl des passenden Präparats, um Hämorrhoiden zu behandeln, richtet sich danach, wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind und welches Symptom im Vordergrund steht. Die beste Hämorrhoidensalbe bei einem vor allem nässenden After, die freiverkäuflich erhältlich ist, enthält Gerbstoffe oder andere adstringierend wirkende sekundäre Pflanzenstoffe, beispielsweise pflanzliche aus Hamamelis, die zusammenziehend auf die gereizte Haut und Schleimhaut wirken.

Präparate mit Hamamelis, etwa die FAKTU Lind Hämorrhoidensalbe (auch als Zäpfchen erhältlich), können nässende und brennende Stellen beruhigen, kleine Blutungen stillen und Entzündungsreaktionen lindern.

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In akuten Phasen, die neben dem Nässen vor allem von starkem Juckreiz und schmerzhaftem Brennen begleitet werden, können darüber hinaus Salben mit dem Lokalanästhetikum Lidocain sinnvoll sein – etwa Posterisan akut. Lidocain betäubt die betroffene Stelle kurzfristig und verschafft so rasche Linderung.

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Weitere Ursachen für Nässen am After

Jucken, Brennen und Nässen im Analbereich können verschiedene Ursachen haben. Neben Hämorrhoiden kommen auch Hauterkrankungen, Infektionen oder – in seltenen Fällen – Tumorerkrankungen infrage. Besonders wenn der After nässt und unangenehm riecht, kann das auf eine Infektion, einen Abszess oder eine Analfistel hinweisen – Beschwerden, die in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden sollten. Welche Ursache hinter den Beschwerden steckt, lässt sich meist erst durch eine ärztliche Untersuchung sicher klären.

Wenn sich die Haut im Analbereich und rings um den Anus entzündet, sprechen Fachleute von einer perianalen Dermatitis oder einem Analekzem. Bei einem Analekzem gehören Jucken, Brennen und Nässen am After zu den Hauptbeschwerden. Die Hautveränderung kann ein Symptom verschiedener Analerkrankungen sein. Manchmal hängt sie auch mit einer atopischen Dermatitis (Neurodermitis) oder einer Kontaktallergie zusammen.

In Zusammenhang mit vergrößerten Hämorrhoiden oder einem Enddarmvorfall (Rektumprolaps) kann vermehrt Anal- oder Wundsekret austreten und die empfindliche Haut reizen. Diese entzündet sich, und es entsteht ein Analekzem, das sich durch Jucken, manchmal auch durch Brennen und Nässen äußert. Durch die gestörte Hautbarriere kommt es zusätzlich zu vermehrtem entzündlichem Nässen, das die Probleme weiter verstärken kann. Die häufigste Form bezeichnen Ärztinnen und Ärzte als irritativ-toxisches Analekzem.

Feigwarzen entstehen infolge einer Infektion mit bestimmten humanen Papillomviren (HPV). Die meisten Betroffenen infizieren sich beim Geschlechtsverkehr; es handelt sich also um eine sexuell übertragbare Erkrankung. Neben den äußeren Geschlechtsorganen befallen die kleinen Hautwucherungen häufig auch den Analbereich. So können Feigwarzen auch Symptome wie Jucken, Brennen – und eben Nässen am After – auslösen sowie Schmerzen beim Analverkehr verursachen.

In einzelnen Fällen ist ein Analkrebs (Analkarzinom) für Beschwerden wie Jucken, Brennen und Nässen am After verantwortlich. Dieser Tumor kommt im Vergleich zu Dickdarmkrebs und anderen Krebsformen recht selten vor. Bei entsprechenden Beschwerden muss die ärztliche Fachperson jedoch ausschließen, dass ein bösartiger Tumor im Analkanal der Auslöser ist. Das Risiko steigt bei einer Infektion mit bestimmten HPV-Typen (HPV 16, 18, 31 und 33). Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Zu den frühen Symptomen bei Analkrebs gehören neben dem Nässen am After unter anderem Blut im Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang, ein Fremdkörpergefühl im Analbereich sowie unregelmäßiger oder auffällig geformter Stuhl. Da ähnliche Beschwerden ebenso bei anderen Analerkrankungen wie Hämorrhoidalleiden auftreten können, ist eine professionelle ärztliche Diagnose wichtig. Ein Analkarzinom kann auch gleichzeitig mit vergrößerten Hämorrhoiden, Infektionen, Hauterkrankungen oder Analfisteln auftreten.

Manche Ursachen für Nässen betreffen nicht nur den Analbereich, sondern den gesamten Körper (systemische Erkrankungen). Dann gesellen sich oft weitere Beschwerden hinzu, etwa häufige Durchfälle und Bauchkrämpfe bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten. Zu diesen möglichen Auslösern zählen unter anderem:

  • Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen

  • Parasitenbefall, zum Beispiel mit Madenwürmern oder Krätzemilben

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

  • chronische Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis)

  • Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten oder Nahrungsmitteln

Wann geht man mit Nässen am After zum Arzt?

Blut im Stuhl oder Schmerzen im Analbereich sind Symptome, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Doch auch andere Symptome sollten überprüft werden, wenn die Beschwerden lange anhalten oder häufig wiederkehren. Auch wenn der After nicht nur nässt, sondern auch unangenehm riecht, sollte zeitnah eine Praxis aufgesucht werden – das kann auf eine behandlungsbedürftige Infektion, einen Abszess oder eine Analfistel hinweisen. Die Hausarztpraxis ist in der Regel die erste Anlaufstelle. Die Ärztin oder der Arzt kann dann bei Bedarf an eine spezialisierte Praxis für Dermatologie, Gastroenterologie oder Proktologie überweisen, wo die Ursachen für Nässen am After oder andere Symptome fachärztlich abgeklärt und gezielt behandelt werden.

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Fußnoten

  1. Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (2019). Zurück

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (2019).

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Analekzems (2024).

V. Lohsiriwat, „Hemorrhoids: from basic pathophysiology to clinical management“, World Journal of Gastroenterology 18, 17 (2012).

S.R. Steele et al., „Practice parameters for the management of perianal abscess and fistula-in-ano“, in: Dis Colon Rectum 54, 12 (2011).

* nach verkauften Hämorrhoidensalben (IH-Galaxy Apo-Fusion 08/2026).