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Analfistel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Eine Fistel am Po ist eine häufig vorkommende Analerkrankung. Die Analfistel ist ein Verbindungsgang zwischen dem Analkanal und der Afterhaut. Sie verursacht oft Schmerzen und Juckreiz. Was sind die Ursachen und wie sieht die Behandlung aus?

11 min Lesezeit

Geprüft von: Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor, DR. KADE Health Care, Berlin

Eine Person sitzt mit gefalteten Händen im Schoß; ihr gegenüber macht eine Ärztin oder ein Arzt mit Klemmbrett und Stift Notizen.

Auf einen Blick: Analfistel

  • Analfistel (Fistula ani) ist eine häufige Analerkrankung mit einem oder mehreren Gängen zwischen Analkanal und Haut am After.

  • Sie entsteht meist aus einem Analabszess infolge entzündeter Proktodealdrüsen; der Abszess ist das akute, die Fistel das chronische Stadium.

  • Typische Symptome sind eitriges oder blutiges Sekret, Jucken, Brennen, Schmerzen beim Sitzen oder Stuhlgang sowie Rötung und Schwellung.

  • Diagnose erfolgt durch Anamnese, körperliche Untersuchung und ggf. bildgebende Verfahren wie Endosonografie oder MRT.

  • Analfisteln heilen selten von selbst und müssen meist operativ behandelt werden, wobei der Schließmuskel möglichst geschont wird.

  • Salben wie Posterisan akut können eingesetzt werden, um Juckreiz und Schmerzen bis zum Termin in der Arztpraxis zu lindern.

Häufig gestellte Fragen

Typische Anzeichen einer Analfistel sind eine kleine Öffnung nahe dem After, aus der eitrige Flüssigkeit, Blut oder gelegentlich auch Stuhl austritt. Hinzu kommen häufig Jucken, Brennen, Rötung und Schwellung im Bereich des Afters sowie Schmerzen beim Stuhlgang und beim Sitzen. Bei diesen Symptomen sollte eine proktologische Untersuchung erfolgen.

Bei den typischen Beschwerden einer Fistel am Po ist der erste Ansprechpartner meist die Hausarztpraxis, die bei Bedarf eine Überweisung an einen Proktologen oder eine Proktologin ausstellt, die auf Erkrankungen des Enddarms spezialisiert und in der Diagnose sowie Behandlung von Analfisteln und Analabszessen geschult sind.

Analfisteln heilen in der Regel nicht von alleine ab, sondern benötigen einen chirurgischen Eingriff. Die Heilungsdauer nach einer solchen Analfistel-OP hängt von der Lage und Komplexität der Fistel sowie der gewählten Operationsmethode ab. Nach dem Eingriff wird die Wunde regelmäßig kontrolliert und gespült, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Auf Rauchen sollte in dieser Zeit verzichtet werden, da es die Durchblutung des Schleimhautgewebes beeinträchtigt.

Eine Analfistel heilt ohne operative Behandlung in der Regel nicht von selbst ab. Salben können nur die Symptome lindern und damit die Zeit bis zum Besuch in der Arztpraxis erträglicher gestalten. Hierfür können beispielsweise Salben mit einem Lokalanästhetikum wie Lidocain, z. B. Posterisan akut, eingesetzt werden, um Jucken und Schmerzen zu lindern.

Was ist eine Analfistel?

Die Analfistel (med. Fistula ani) ist eine häufige Analerkrankung. Sie wird manchmal auch als anales Fistelleiden oder kryptoglanduläre Analfistel bezeichnet, was aber nur die korrekte medizinische Bezeichnung des häufigsten Fistelleidens ist, das ca. 90 % aller Analfisteln1 ausmacht. Eine solche Fistel am Po besteht aus einem oder mehreren Gängen. Sie bildet sich typischerweise zwischen dem inneren Teil des Analkanals und der äußeren feinen Haut rund um den After.

Medizinische Illustration der kryptoglandulären Analfisteltypen nach Parks im Querschnitt des Analkanals; rote Linien zeigen den Verlauf im Verhältnis zum Schließmuskel: Typ I (zwischen den Muskeln), Typ II (quer hindurch), Typ III (über den Muskel hinweg), Typ IV (außen am Schließmuskel vorbei) und Typ V (oberflächlich unter der Haut).

Fisteln werden je nach ihrer Lage und dem Verlauf der Gänge in verschiedene Typen eingeteilt. Die häufigsten Fisteln, die kryptoglandulären Analfisteln, haben ihren Ursprung fast immer im Analkanal – also im untersten Abschnitt des Darms auf Höhe der Linea dentata, einer natürlichen Grenzlinie im Analkanal, an der sich die Schleimhaut verändert – und eine Austrittsöffnung immer in der Region um den After herum.

Solche Analfisteln werden je nach Verlauf der Gänge zu der Schließmuskulatur in verschiedene Typen unterteilt.

Analfisteln treten gehäuft bei jüngeren Erwachsenen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Männer leiden deutlich häufiger unter Analfisteln als Frauen. Fachleute gehen von rund zwei Neuerkrankungen pro 10.000 Einwohner und Jahr in Deutschland aus.1

Seltener als Analfisteln sind die sogenannten Rektalfisteln, die vom Rektum (Mastdarm) ausgehen, ihren Ursprung also oberhalb des Analkanals haben, und eine Verbindung zwischen Rektum und einem anderen Organ wie der Blase oder der Vagina herstellen.

Die korrekte Unterscheidung ist klinisch relevant, da sich Diagnose und Behandlung beider Fistelformen deutlich voneinander unterscheiden.

Analfistel erkennen: Was sind die Symptome bei einer Analfistel?

Betroffene empfinden Analfisteln in der Regel als sehr unangenehm. In vielen Fällen treten aus der kleinen Fistelöffnung, die oft nah am After liegt, eitrige Flüssigkeit und Blut und je nach Lage der Fistel auch Stuhl aus. Typische Analfistel-Symptome sind Jucken und Brennen, da die feine Haut rund um die Fistelöffnung gereizt ist. Bei manchen Betroffenen ist das Gewebe rund um die Fistel außerdem gerötet und geschwollen. Wer sich fragt, wie eine Analfistel aussieht, kann als äußeres Merkmal häufig eine kleine Öffnung nahe dem After erkennen, aus der gelegentlich Sekret austritt.

Weitere Symptome einer Analfistel können sein:

  • Schmerzen während des Stuhlgangs und beim Sitzen

  • unangenehmer Geruch durch austretendes Sekret

  • Entzündungssymptome: Fieber, Rötung, Schwellung und stark erwärmte Analregion

  • ungewollter Abgang von Blähungen und Stuhl

Bei allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber und Abgeschlagenheit sollten Sie sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, um eine möglicherweise lebensgefährliche Blutvergiftung zu verhindern.

Welche Ursachen hat eine Analfistel?

Die häufigste Ursache für die typische Analfistel sind Entzündungen von bestimmten Drüsen, den sogenannten Proktodealdrüsen. Sie liegen zwischen dem inneren und dem äußeren Teil des Schließmuskels. Die Entzündung führt zu einem Analabszess, der mit Eiter gefüllt ist. Der Abszess verursacht eine Schwellung, die sehr schmerzhaft sein kann.

Die Analfistel bildet sich durch den Druck, den der angestaute Eiter auf das umliegende Gewebe ausübt. Ein Analabszess ist das akute Stadium, eine Analfistel das chronische Stadium des gleichen Krankheitsbildes.

  • Im Vordergrund fasst sich ein Mann mit einer Hand ans Gesäß; im Hintergrund ein Arzt oder eine Ärztin mit Stethoskop an einem Tisch mit Medikamenten.

    Abszess am Po (Analabszess)

    Erfahren Sie, welche Symptome auftreten und wann ärztliche Hilfe unbedingt nötig ist.

    Abszess am Po erkennen

Neben der häufigsten Ursache für typische Analfisteln, einer Entzündung der Proktodealdrüsen, können Analfisteln auch durch andere Erkrankungen, beispielsweise chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, entstehen. Rektalfisteln werden ganz überwiegend durch andere Erkrankungen oder Traumata ausgelöst.

Untersuchungen zu den Ursachen für eine Fistel am Po zeigen, dass es bestimmte Risikofaktoren gibt, die die Entstehung fördern können. Dazu gehören:

  • starkes Übergewicht (Adipositas)

  • Diabetes mellitus

  • Fettstoffwechselstörungen

  • bestimmte Hauterkrankungen

  • regelmäßiger Genuss scharfer Speisen

  • hohe tägliche Salzaufnahme

  • Rauchen

  • Alkoholgenuss

  • mangelnde körperliche Aktivität

  • langes Sitzen beim Toilettengang

  • psychosozialer Stress

Ein Patient hält sich das Gesäß, während eine medizinische Fachkraft in blauer Arbeitskleidung ihm ein Glas mit Kapseln zeigt und mit einem Stift darauf deutet.

Wie wird eine Analfistel diagnostiziert?

Die Diagnose einer Analfistel beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch in der Arztpraxis. Meist ist die erste Anlaufstelle zunächst die Hausarztpraxis, die an spezialisierte Ärzte wie den Proktologen oder die Proktologin überweisen kann. Im Gespräch werden Art, Dauer und Verlauf der Beschwerden erfragt. Anschließend folgt spätestens in der Facharztpraxis eine körperliche Untersuchung der Analregion: Dabei werden die äußere Haut rund um den After sowie tastbare Fistelgänge und etwaige Sekretaustrittsöffnungen beurteilt.

Im Rahmen dieser Untersuchung beurteilt der Arzt oder die Ärztin auch, wie die Analfistel aussieht – also ob die äußere Öffnung sichtbar, die Haut verändert und Sekret ausgetreten ist. Eine Tastuntersuchung des Analkanals (digitale rektale Untersuchung) gibt zusätzliche Hinweise auf Lage und Verlauf der Fistel.

Allerdings lässt sich der genaue Verlauf einer Analfistel und ihre Beziehung zum Schließmuskel durch die klinische Untersuchung allein nicht immer zuverlässig bestimmen. Studien zeigen, dass einfache klinische Regeln zur Vorhersage des Fistelverlaufs nur begrenzte Aussagekraft besitzen und zusätzliche Bildgebung häufig notwendig ist, um den Fistelgang vollständig darzustellen.2

Reichen Sichtbefund und Tastuntersuchung daher nicht aus, um den genauen Verlauf des Fistelgangs zu bestimmen, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Die Endosonografie – ein Ultraschall von innen – zeigt den Schließmuskel und angrenzende Strukturen detailliert und hilft dabei, die Diagnose zu präzisieren.

In komplexen Fällen, etwa bei tief gelegenen oder verzweigten Fisteln, kann ergänzend eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden. Eine genaue Diagnose bildet die Grundlage dafür, die geeignete Operationsmethode auszuwählen und den Schließmuskel bestmöglich zu schonen.

Im Gegensatz zu einem Analabszess ist eine Analfistel kein akuter Notfall, muss aber dennoch medizinisch therapiert werden. Da sich Analfisteln aus Analabszessen entwickeln können, ist es ratsam, abzuklären, wo der Ursprung der Beschwerden liegt. Wer Beschwerden durch eine Fistel am Po bemerkt und sich fragt, welcher Arzt oder welche Ärztin helfen kann, ist bei einem Proktologen oder einer Proktologin gut aufgehoben. Sie sind auf Enddarmerkrankungen spezialisiert und in der Diagnose von Analfisteln und Analabszessen geschult. Meist ist die erste Anlaufstelle aber erst die Hausarztpraxis, die eine erste Beurteilung und Versorgung vornimmt und bedarfsgerecht weiter überweist.

Wie sieht die Behandlung bei einer Analfistel aus?

Eine Analfistel heilt nur selten von selbst ab, in der Regel muss sie operativ behandelt werden. Salben können allenfalls die Symptome lindern und damit die Zeit bis zum Arztbesuch erträglicher gestalten. Gegen Jucken und Schmerzen eignen sich dabei Präparate mit einem Lokalanästhetikum wie Lidocain, z. B. Posterisan akut.

Einer Analfistel-Operation geht häufig eine operative Entfernung des zugrundeliegenden Analabszesses voraus. Sowohl die Behandlung des Analabszesses als auch die Behandlung der Analfistel erfolgen in Voll- oder Teilnarkose. Der Chirurg oder die Chirurgin öffnet den Analabszess, entfernt Eitersekret und entzündetes Gewebe und spült die Wunde sorgfältig aus.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Analfistel zu operieren. Dabei wird stets darauf geachtet, möglichst gewebeschonend zu arbeiten und den Schließmuskel in seiner Funktion nicht zu beeinträchtigen. Wie genau das im Einzelfall am besten geht, hängt vor allem von der Lage der Fistel ab.

Liegt die Fistel dicht unter der Haut, kommt am häufigsten die sogenannte Fistelspaltung zum Einsatz. Dabei durchtrennen der Operateur oder die Operateurin das Gewebe zwischen dem Fistelgang und dem Analkanal, schneiden den Gang also der Länge nach auf. Bei der sogenannten Fistulektomie wird der Fistelgang gänzlich entfernt.

Sitzt die Analfistel besonders tief, wird sie oft nicht komplett herausgeschnitten, um den Schließmuskel nicht zu verletzen, sondern verschlossen. Zuvor werden Teile der Fistel und entzündetes Gewebe entfernt und meist ein Faden in den Fistelgang eingezogen, um das Abfließen des Eiters bis zur vollständigen Sanierung zu unterstützen.

Weitere Möglichkeiten, eine Fistel am Po zu behandeln, sind zum Beispiel:

  • das Ausfüllen der Fistel mit einem sogenannten Fibrinkleber

  • das Einspritzen von Kollagen

  • die Injektion von Stammzellen

  • die Behandlung mittels Laser

Diese Verfahren gehören jedoch noch nicht zur Standardbehandlung einer Analfistel, entweder weil noch nicht genügend Untersuchungen zum generellen Behandlungserfolg vorliegen oder die aktuell vorliegenden Ergebnisse den etablierten Verfahren unterlegen sind.

Nach der Analfistel-OP wird die Wunde regelmäßig kontrolliert und gespült. Um die Heilung zu unterstützen und die Durchblutung des Schleimhautgewebes aufrechtzuerhalten, ist es ratsam, nicht zu rauchen.

Wie kann ich einer Analfistel vorbeugen?

Analfisteln haben ihren Ursprung in einer Entzündung der Proktodealdrüsen zwischen dem inneren und äußeren Bereich des Schließmuskels und treten häufig zusammen mit Analabszessen auf. Eine Vorbeugung einer Proktodealdrüsen-Entzündung ist nicht möglich. Ein gesunder Lebensstil kann aber das Risiko für Analabszesse und Analfisteln reduzieren. Dazu zählen:

  • Sport und ausreichend körperliche Bewegung

  • gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie sparsames Salzen und wenig scharfe Speisen

  • Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Bei Schmerzen oder Absonderungen von eitrigem Sekret in der Analregion empfiehlt es sich, umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. Dies kann Komplikationen bei einem Analabszess oder einer Analfistel verhindern.

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Fußnoten

  1. Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) / Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Kryptoglanduläre Analfisteln (2026). Zurück
  2. J. Stijns und D.D.E. Zimmerman, „Anal fistula, there is more than meets the eye!“, in: Tech Coloproctol 26, 5 (2022). Zurück

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) / Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Kryptoglanduläre Analfisteln (2026).

J. Stijns und D.D.E. Zimmerman, „Anal fistula, there is more than meets the eye!“, in: Tech Coloproctol 26, 5 (2022).

M.H. Whiteford, „Perianal abscess/fistula disease“, in: Clin Colon Rectal Surg 20, 2 (2007).

N.D. Gandhi et al., „Anal Abscess and Fistula“, in: Surg Clin North Am 106, 1 (2026).