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Wie entstehen Hämorrhoiden?
Erfahren Sie, welche Hämorrhoiden-Ursachen bekannt sind und wie sich vergrößerte Gefäßpolster im Alltag entwickeln können
Zu den Hämorrhoiden-UrsachenAnalbeschwerden wie vergrößerte Hämorrhoiden können das Sexualleben beeinträchtigen. Gibt es Analbeschwerden, die durch Analsex ausgelöst werden? Und wie lassen sich Beschwerden mit Hämorrhoiden beim Analsex verhindern?
Geprüft von: Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor, DR. KADE Health Care, Berlin
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Analsex verursacht keine Hämorrhoiden, kann bestehende Beschwerden jedoch verschlimmern und zu Verletzungen oder Blutungen führen.
Penetration bei stark vergrößerten Hämorrhoiden kann Gefäßpolster verletzen
Bei ausgeprägten Beschwerden sollte auf Analsex verzichtet werden.
Analsex kann das Risiko für Analfissuren, Schleimhautreizungen und Verletzungen erhöhen.
Vorbeugend helfen Kondome, ausreichend Gleitmittel und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper.
Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und schonende Analhygiene unterstützen die Vorbeugung und Heilung.
Bei stark vergrößerten oder schmerzhaften Hämorrhoiden wird von Analsex eher abgeraten, da die Gefäßpolster im Analkanal einreißen und Blutungen oder Schmerzen entstehen können. Bei leichten Beschwerden sollte im Zweifel ärztlicher Rat eingeholt werden.
Nein, vergrößerte Hämorrhoiden werden nicht durch Analverkehr verursacht. Ein Hämorrhoidalleiden entsteht meist durch Faktoren wie chronische Verstopfung, starkes Pressen beim Stuhlgang, Schwangerschaft oder Übergewicht. Analsex kann bestehende Beschwerden jedoch verstärken.
Ausreichend Gleitmittel, die Verwendung von Kondomen und ein vorsichtiges Vorgehen können das Risiko für Verletzungen und Infektionen verringern. Bei bestehenden Beschwerden sollte auf Warnsignale wie Schmerzen oder Blutungen geachtet und gegebenenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden.
Analerkrankungen und Beschwerden im Analbereich treten typischerweise im Bereich des wenige Zentimeter langen Analkanals, des Afters und in der sogenannten Perianalregion auf. Letztere erstreckt sich etwa fünf Zentimeter rund um den After. Darin befinden sich Schweißdrüsen, Talgdrüsen und auch Haare können hier wachsen.
Am häufigsten berichten Betroffene von Symptomen wie Juckreiz, Brennen oder Stechen. Aber auch Blut im Stuhl, Nässen und Ausfluss sowie Schmerzen können auftreten. Manche Analerkrankungen rufen auch ein unangenehmes Fremdkörpergefühl hervor oder verursachen eine Schwellung im Analbereich.
Analbeschwerden können sehr belastend sein und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Viele zögern den Arztbesuch hinaus, weil ihnen die Symptome im Schambereich peinlich sind.
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Beschwerden im Analbereich sind oft schambehaftet. Ein weiteres Tabu in diesem Zusammenhang ist die Sexualität. Viele Menschen sind sich unsicher, welche Analbeschwerden oder Erkrankungen durch Sexualpraktiken wie zum Beispiel Analverkehr ausgelöst werden und wann Analsex trotz Beschwerden möglich ist.
Spezialistinnen und Spezialisten für Enddarmerkrankungen (Proktologie) machen darauf aufmerksam, dass es beim Hämorrhoidalleiden zu Komplikationen kommen kann. Wird der Analkanal, der die vergrößerten Hämorrhoiden beherbergt, durch einen Penis, Finger oder andere Gegenstände penetriert, können die vergrößerten Gefäßpolster einreißen. Mögliche Folgen sind Schmerzen und eventuell starke Hämorrhoiden-Blutungen.
Um dies zu verhindern, ist es ratsam, vor allem bei stark ausgeprägten, vergrößerten Hämorrhoiden Analsex zu unterlassen. Wer sich unsicher ist, ob und wann anale Sexualpraktiken trotz akuter oder bereits behandelter Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden möglich sind, bespricht sein Anliegen am besten mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin.
Zunächst ist wichtig zu verstehen: Hämorrhoiden sind keine Erkrankung, sondern natürliche Gefäßpolster im Analkanal, die bei jedem Menschen vorhanden sind. Was umgangssprachlich als „Hämorrhoiden“ bezeichnet wird, ist medizinisch ein Hämorrhoidalleiden, also eine Erkrankung, die durch krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden entstehen kann.
Und hier lässt sich klar sagen: Nein, vergrößerte Hämorrhoiden werden nicht durch Analsex verursacht. Die häufigsten Auslöser für ein Hämorrhoidalleiden sind chronische Verstopfung, starkes Pressen beim Stuhlgang, langes Sitzen auf der Toilette sowie Schwangerschaft und Übergewicht.
Dennoch kann Analsex bestehende Beschwerden verschlimmern oder dazu beitragen, dass bereits vorgeschwächtes Gewebe im Analbereich stärker belastet wird. Wer regelmäßig Analverkehr praktiziert, sollte daher auf ausreichende Gleitfähigkeit achten und bei auftretenden Beschwerden wie Blutungen, Juckreiz oder einem Fremdkörpergefühl im Analbereich ärztlichen Rat einholen.
Weil die Haut am After und im Analkanal sehr zart ist, kann sie durch mechanische Einwirkung von außen leicht einreißen. Einer sogenannten Analfissur oder einem Analriss liegt vermutlich in den meisten Fällen nicht eine einzelne Ursache zugrunde, sondern sie ist wahrscheinlich das Ergebnis mehrerer Faktoren. Eine leichte Reizung oder kleine Verletzung reicht dann schließlich aus, damit die Analhaut einreißt. Diese kann zum Beispiel durch harten Stuhl oder anhaltenden Durchfall ausgelöst werden.
Ein möglicher Auslöser für eine Analfissur ist Analsex. Ein eindringender Penis, eingeführte Gegenstände oder Finger während des Verkehrs können diesen länglichen Riss in der Analschleimhaut auslösen. Das Risiko, dass durch Analsex eine Analfissur entsteht, ist erhöht bei Menschen, die an bestimmten Grunderkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, HIV/AIDS, Zytomegalie, Leukämie oder einem verengten Analkanal (Analstenose) leiden.
Auch Medikamente, etwa solche mit Ergotamin oder Isotretinoin sowie bestimmte Krebsmedikamente, können das Risiko für einen Analriss durch Analsex erhöhen.
Bei Menschen, die Analsex praktizieren, besteht ein erhöhtes Risiko für Analbeschwerden, Analkrankheiten und sexuell übertragbare Infektionserkrankungen. Fachleute sehen vor allem drei Hauptrisiken:
mechanische Irritation der feinen Analschleimhaut
Verletzungen des Afters/im Analkanal
Übertragung von Krankheitserregern
Eine US-amerikanische Studie1 untersuchte darüber hinaus einen möglichen Zusammenhang zwischen Analverkehr und Stuhlinkontinenz bei Frauen. Sie fand heraus, dass Frauen, die häufig Analverkehr ausüben, ein deutlich erhöhtes Risiko für Darmprobleme haben und den Stuhl weniger gut halten können als Frauen, die nur vaginalen Verkehr haben.
Dieses Risiko ist bei Frauen aufgrund anatomischer Unterschiede besonders ausgeprägt. Ihr Analsphinkter ist weniger kräftig und der Druck im Analkanal geringer, sodass Verletzungen durch anale Penetration schwerwiegendere Folgen haben können als bei Männern. Hinzu kommen frauenspezifische Faktoren wie hormonelle Einflüsse sowie die Auswirkungen von Schwangerschaft und Geburt auf den Beckenboden, die das Inkontinenzrisiko zusätzlich erhöhen.
Frauen, die Analsex praktizieren möchten, sollten sich daher über die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken bewusst sein. Um das Risiko von Verletzungen und Infektionen zu minimieren, empfiehlt sich die konsequente Einhaltung von Schutzmaßnahmen. Dazu zählen die Verwendung von Kondomen, ausreichend Gleitmittel, ein behutsames Vorgehen sowie ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper.
Auch ohne Beschwerden im Analbereich ist es empfehlenswert, bei Analsex vorsichtig zu sein. Insbesondere Frauen sollten sich dabei, wie eben erklärt, ihres höheren Risikos für Verletzungen und Folgeerscheinungen bewusst sein. Es gilt grundsätzlich, auf Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu achten, ausreichend Gleitgel speziell für Analsex einzusetzen, behutsam vorzugehen und im Zweifel jederzeit Stopp sagen zu können.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt vor allem bei neuen Sexualpartnern die Verwendung von Kondomen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei der Verwendung von Latex-Kondomen ist es wichtig, zu wissen, dass kein fetthaltiges Gleitmittel oder andere fetthaltige Substanzen wie etwa Vaseline oder Massage-Öl verwendet werden sollten. Sie können dazu führen, dass das Kondom reißt. Es gibt wasserlösliche oder fettfreie Gleitmittel, die für die Anwendung mit Kondomen geeignet sind.
Analerkrankungen haben sowohl unterschiedliche Symptome als auch unterschiedliche Ursachen und Auslöser. Daher variieren auch die Behandlungsmöglichkeiten. Eine sorgfältige Analpflege ist bei Analbeschwerden und -erkrankungen wichtig – erst recht, wenn eine chirurgische Behandlung ansteht. Das kann beispielsweise bei Analfissuren, Analabszessen und Analfisteln, Analkarzinomen und manchmal auch Hämorrhoidalleiden der Fall sein.
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So läuft die Nachsorge nach einer ambulanten Hämorrhoiden-OP ab:
Arbeitsunfähigkeit für etwa sieben Tage
körperliche Schonung für drei Wochen
Verzicht auf das Heben schwerer Dinge
tägliche Sitzbäder
nach dem Stuhlgang gründliche Reinigung mit warmem Wasser
ballaststoffreiche Ernährung und mindestens eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag
Verzicht auf Abführmittel
Kontrolltermine wahrnehmen
Die Heilungsdauer nach analen Eingriffen kann unterschiedlich lang sein. Mediziner und Medizinerinnen gehen zum Beispiel bei einer Analfissur-OP von etwa vier bis sechs Wochen aus. Die Empfehlung lautet, so lange auch auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Dies gilt ebenso für Analsex während der Nachsorge nach einer Hämorrhoiden-OP.
Für die Nachsorge bei allen Analerkrankungen und Analsex gilt:
Hören Sie auf sich und Ihren Körper.
Vermeiden Sie Überlastungen, die Schmerzen, Reizungen oder Blutungen auslösen.
Wenden Sie sich bei Fragen und Unklarheiten an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin.
Neben dem Sexualverhalten tragen auch andere Lebensstilfaktoren dazu bei, Analbeschwerden vorzubeugen. Folgende Faktoren sind besonders wichtig:
körperliche Bewegung: Mindestens 150 Minuten pro Woche oder 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche wirken sich positiv auf die Darmtätigkeit aus.
ballaststoffreiche Ernährung: Sie fördert zusammen mit einer Zufuhr von mindestens eineinhalb bis zwei Litern Wasser oder ungesüßtem Tee eine weiche Stuhlkonsistenz und beugt Verletzungen durch harten Stuhl vor.
Toiletten-Routinen: weiches Toilettenpapier verwenden und starkes Pressen vermeiden
Konsum von Zigaretten einschränken oder (noch besser) Rauch-Stopp
auf Alkohol verzichten
Proktologen und Proktologinnen sind Fachleute für alle Erkrankungen und Beschwerden rund um den Analbereich und den Enddarm. Bei Unklarheiten oder Fragen zu Afterbeschwerden und Analsex sind sie die richtigen Ansprechpartner.
Treten Symptome wie starke Schmerzen in der Analregion oder im Bauch, Blutungen oder Krankheitsgefühl auf, ist ärztliche Hilfe nötig. So ist gewährleistet, dass Betroffene schnellstmöglich bestens behandelt werden, die Symptome schnell abklingen und trotz Analbeschwerden Analsex wieder möglich ist.
Dr. Felix Friedrich arbeitet seit über 10 Jahren in verschiedenen Positionen in der pharmazeutischen Industrie. Seit mehr als 8 Jahren ist er Medical Advisor bei DR. KADE Health Care. Dabei betreut er unter anderem die Produkte aus der Proktologie und der Gastroenterologie und stellt sicher, dass Inhalte auf pogesund.de medizinisch-wissenschaftlich korrekt sind.
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A.B. Chen und L. Kalichman, „Pelvic Floor Disorders Due to Anal Sexual Activity in Men and Women: A Narrative Review“, in: Arch Sex Behav 53, 10 (2024).
Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Analfissur (2020).
J. Stewart et al., „Promoting safer sex in the context of heterosexual anal intercourse: A scoping review“, in: J Clin Nurs 30, 15–16 (2021).
S. De Marco und D. Tiso, „Lifestyle and Risk Factors in Hemorrhoidal Disease“, Frontiers in Surgery 8 (2021).
S.L. Goddard et al., „Self-reported anal symptoms and their association with anal pathology among gay and bisexual men: a cross-sectional observational analysis“, in: Sex Health 18, 2 (2021).