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Analhygiene

Wer den After richtig reinigen möchte, sollte auf eine sanfte Analpflege setzen. Gerade bei Analbeschwerden spielt auch immer die richtige Analhygiene eine Rolle.

6 min Lesezeit

Geprüft von: Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor, DR. KADE Health Care, Berlin

Eine Person hält eine an der Fliesenwand montierte Intimdusche (Bidet-Brause) zur Analhygiene.

Auf einen Blick: Analhygiene

  • Zur Reinigung nach dem Stuhlgang am besten lauwarmes Wasser nutzen.

  • Seife, Feuchttücher und parfümiertes Toilettenpapier besser meiden.

  • Tupfen statt reiben: Reibung reizt die Haut und fördert Beschwerden.

  • Den After nicht überpflegen: einmal täglich waschen reicht, mehr schadet der Hautbarriere.

  • Bei Beschwerden oder nach Eingriffen: nach jedem Stuhlgang spülen, zweimal täglich Sitzbäder.

  • Ballaststoffreiche Ernährung, Bewegung und ein regelmäßiger Toilettenrhythmus beugen langfristig vor.

Häufig gestellte Fragen

Lauwarmes Wasser reicht in der Regel aus. Feuchttücher, parfümiertes Toilettenpapier und stark duftende Seifen können die empfindliche Haut reizen und sollten besser gemieden werden.

Einmal täglich ist ausreichend, mehr schadet der natürlichen Hautbarriere. Hinzu kommt die Reinigung nach dem Stuhlgang: Hier gilt, so sanft wie möglich vorzugehen, am besten mit lauwarmem Wasser.

Toilettenpapier ist die verbreitetste Methode und für die meisten auch die praktischste – das wird sich im Alltag wohl kaum ändern. Gründlicher und hautschonender ist jedoch lauwarmes Wasser, etwa per Po-Dusche, Bidet oder feuchtem Waschlappen. Wer zu Analbeschwerden neigt oder bereits Symptome hat, sollte möglichst auf Wasser umsteigen. Wichtig in jedem Fall: sanft tupfen statt reiben und die Haut danach gut trockentupfen.

Was ist bei der Analhygiene zu beachten?

Analbeschwerden lassen sich durch die richtige Analpflege vorbeugen. Dazu gehören verschiedene Maßnahmen:

  • Seifen können Stoffe enthalten, die die empfindliche Haut am After reizen und zu Entzündungen oder auch allergischen Reaktionen führen können. Um den After zu reinigen, reicht lauwarmes Wasser in der Regel aus.

  • Auch Feuchttücher können reizende Zusätze enthalten. Wer Problemen wie Hämorrhoiden vorbeugen möchte, sollte lieber reißfestes Toilettenpapier oder einen Waschlappen mit Wasser anfeuchten und zur Reinigung nutzen.

  • Bei Toilettenpapier darauf achten, dass es ungebleicht, nicht zu rau und nicht parfümiert ist.

  • Afterbeschwerden entstehen auch durch übertriebene Analpflege. Denn zu häufiges Waschen schädigt die Hautbarriere. Ein- bis maximal zweimal täglich reicht aus.

  • Wer zu stark reibt, reizt die Haut in der Analregion. Daher lieber trocken tupfen. Das trägt zur Vorbeugung von Hämorrhoiden und anderen Analerkrankungen bei.

  • In Unterwäsche aus Synthetikfasern stauen sich Hitze und Feuchtigkeit. Das kann die Haut am After reizen. Lieber Wäsche aus Baumwolle nutzen: sie ist atmungsaktiv und hält die Haut trockener. Zudem lässt sich Unterwäsche aus Baumwolle meist auch bei höheren Temperaturen waschen, was die Hygiene zusätzlich erhöht.

After nach Stuhlgang richtig reinigen

Den After nach dem Stuhlgang zu reinigen, klingt selbstverständlich, geschieht aber häufig auf eine Weise, die die empfindliche Haut in der Analregion mehr belastet als schützt. Der Griff zum trockenen Toilettenpapier ist zwar weit verbreitet und wird sich im Alltag für die meisten wohl auch nicht so schnell ändern. Trotzdem ist Papier meist nicht die beste Wahl, um Stuhlreste vollständig zu entfernen, und kann durch starkes Reiben zusätzlich reizen.

Wer den After nach Stuhlgang reinigen möchte, ohne die Schleimhaut zu strapazieren, sollte lauwarmes Wasser bevorzugen: etwa durch eine Po-Dusche, ein Bidet oder einen angefeuchteten Waschlappen. Dabei gilt: sanftes Tupfen statt Reiben. Und danach die Haut gut trockentupfen, denn anhaltende Feuchtigkeit weicht die Haut auf und macht sie anfälliger für Reizungen.

Gerade bei bestehenden Beschwerden wie Hämorrhoiden oder einer Analfissur ist es besonders ratsam, den After nach dem Stuhlgang sorgfältig und schonend zu reinigen, denn saubere, trockene Haut unterstützt die natürliche Schutzfunktion der Analregion und kann einer Verschlimmerung der Symptome entgegenwirken.

  • Person öffnet eine Aufbewahrungsbox mit verschiedenen Medikamenten, Fläschchen und Salben.

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Bei welchen Symptomen kann die richtige Analhygiene helfen?

Wer unter Analbeschwerden leidet, sollte auch auf die richtige Analhygiene achten. Sie kann nicht nur helfen, Symptomen und den zugrunde liegenden Analerkrankungen vorzubeugen. Nach Eingriffen im Analbereich unterstützen bestimmte Hygienemaßnahmen auch den Heilungserfolg.

Probleme in der Analregion äußern sich oft durch folgende Symptome:

Verschiedene Erkrankungen können diese auslösen. Häufig haben sich zum Beispiel die Gefäßpolster am After vergrößert (Hämorrhoidalleiden). Es können aber auch Eitergeschwüre im Analbereich auftreten (Analabszess) oder sich Gänge zwischen Analkanal und der Haut um die Afteröffnung bilden (Analfistel).

Wenn die Analschleimhaut einreißt oder eine Vene am Anus verstopft, liegt eine Analfissur bzw. Analthrombose vor. Auch bei Afterbeschwerden wie diesen ist es wichtig, auf die richtige Analhygiene zu achten.

Wie sieht die richtige Hygiene nach einem Eingriff im Analbereich aus?

Nach einem Eingriff wegen Analbeschwerden sind sich viele Betroffene unsicher, was bei der Analhygiene zu beachten ist. Zuerst einmal ist es wichtig, die Analregion nach jedem Stuhlgang mit lauwarmem Wasser mehrere Sekunden lang zu spülen. Sie können sich dazu auf den Badewannenrand setzen, ein Bidet oder auch eine Po-Dusche nutzen. Tupfen Sie anschließend den After mit einem weichen Tuch trocken. Trockene, nicht verklebende Wundauflagen ggf. zusammen mit einer Salbe verhindern, dass die Unterwäsche an der Wunde reibt.

Bei der ursächlichen Behandlung von Hämorrhoiden und anderen Analerkrankungen sind auch Sitzbäder Teil der Nachsorge. Bis die Wunde vollständig abgeheilt ist, sollten Sie diese zweimal täglich für jeweils 20 Minuten durchführen (z.B. mit entzündungshemmenden Zusätzen wie Hamamelis, Eichenrinde oder synthetischen Gerbstoffen).

Zur Vor- und Nachsorge von Hämorrhoiden und anderen Analerkrankungen spielen neben der richtigen Analhygiene auch weitere Maßnahmen eine Rolle. Dabei ist es vor allem wichtig, für einen normalen Stuhlgang zu sorgen. Wer zu Verstopfung neigt, kann seinem Darm mit ballaststoffreicher Ernährung (Gemüse, Obst, Vollkorn) und ausreichend Flüssigkeit auf die Sprünge helfen. Auch Flohsamenschalen machen den Stuhl bei ausreichender Trinkmenge weicher und gleitfähig. Darüber hinaus hält körperliche Bewegung den Darm aktiv und beugt Verstopfung vor.

Was zudem hilft: Nichts erzwingen! Das bedeutet einerseits, beim Stuhlgang möglichst wenig zu pressen und auch nicht zu viel Zeit auf der Toilette zu verbringen. Andererseits ist es auch nicht gut, den Stuhldrang zu unterdrücken. Ein regelmäßiger Rhythmus beim Toilettengang kann daher ebenso dazu beitragen, den Stuhlgang zu regulieren. Um den Druck nach unten zu reduzieren, sollten Betroffene außerdem vermeiden, schwere Lasten zu heben oder lange zu stehen.

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Quellen

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), S1-Leitlinie Analer Pruritus (2024).

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Analekzems (2024).

A.E. Ortega und X. Delgadillo, „Idiopathic Pruritus Ani and Acute Perianal Dermatitis“, in: Clin Colon Rectal Surg 32, 5 (2019).