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Ernährung bei Hä­mor­rhoi­den

Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung helfen, Hämorrhoiden vorzubeugen und Beschwerden wirksam zu lindern.

10 min Lesezeit

Geprüft von: Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor, DR. KADE Health Care, Berlin

Schüssel Haferflocken mit Banane, Heidelbeeren, Apfelstücken und Chiasamen auf einem weißen Tisch, daneben eine kleine Sukkulente im Topf

Auf einen Blick: Ernährung bei Hä­mor­rhoi­den

  • Ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten hält den Stuhl normal geformt und beugt Hämorrhoiden vor.

  • Ausreichend trinken, mindestens 1,5 bis 2 Liter, vor allem Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag, unterstützt die Verdauung und verhindert Verstopfung.

  • Alkohol und zuckerhaltige Getränke besser nur in Maßen genießen, da sie die Beschwerden verstärken können.

  • Bei akuten Beschwerden können lokal wirkende Salben, wie zum Beispiel Posterisan akut, zur Linderung beitragen.

  • Ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn Beschwerden anhalten, sich verschlimmern oder Blut im Stuhl auftritt.

Häufig gestellte Fragen

Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten hält den Stuhl weich und beugt Verstopfung vor. So lässt sich Druck beim Stuhlgang vermeiden.

Viel hängt davon ab, was von jedem Einzelnen wie gut vertragen wird. In der Regel sollten jedoch sehr scharfe, fettreiche und stark verarbeitete Speisen sowie Weißmehlprodukte und salzige Snacks eher gemieden werden.

In normalen Mengen ist Kaffee meist unproblematisch. Bei einer schwierigen Verdauung ist in der Regel eher die dazu gegebene Milch ein Risikofaktor und nicht der Kaffee.

In größeren Mengen kann Kaffee jedoch die Schleimhaut reizen. Er sollte daher nicht als Ersatz für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder ungesüßten Tees dienen.

Wenn Beschwerden länger anhalten, sich verschlimmern oder Blut im Stuhl sichtbar ist, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Welche Rolle Ernährung bei vergrößerten Hämorrhoiden spielt

Beschwerden im Analbereich treten häufig im Zusammenhang mit vergrößerten Hämorrhoiden auf. Typische Symptome sind Juckreiz, Brennen, Nässen oder ein Druckgefühl am After. Eine bedeutende Rolle hat bei Hämorrhoiden und anderen Afterbeschwerden der persönliche Lebensstil. Zum Beispiel können Bewegung und Ernährung die Entstehung von Analbeschwerden und die zugrunde liegende Erkrankung beeinflussen.

Wichtig:

Nicht immer sind Hämorrhoiden die Ursache für Beschwerden im Analbereich. Auch andere Erkrankungen wie Analfissuren (Schleimhautrisse), Analekzeme, Entzündungen oder Infektionen können ähnliche Symptome hervorrufen.

Wenn die Beschwerden länger anhalten, sich verschlimmern oder wenn Sie Blut im Stuhl bemerken, sollten Sie diese unbedingt ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitige Untersuchung hilft, die Ursache genau zu bestimmen und ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Viele Beschwerden im Analbereich lassen sich auf die Stuhlkonsistenz zurückführen, die unter anderem von der Ernährung und Trinkmenge abhängt. Beim Hämorrhoidalleiden spielt jedoch nicht immer nur harter Stuhlgang oder Verstopfung eine Rolle, auch sehr weicher Stuhl und Durchfall können die empfindlichen Gefäße im Analbereich belasten. Bei einem Analriss oder einer Analfissur ist der Auslöser hingegen in vielen Fällen harter Stuhl.

Verstopfung veranlasst Betroffene jedoch häufig zu starkem Pressen während des Stuhlgangs. Manchmal haben sie das Gefühl, dass es weder vor noch zurückgeht, wenn sie versuchen, den Stuhlgang erfolgreich abzusetzen.

Mit der richtigen, ballaststoffreichen Ernährung kann Hämorrhoiden jedoch vorgebeugt oder ihre Beschwerden gelindert werden, da Ballaststoffe die Verdauung fördern, den Stuhl weicher machen und so den Druck beim Stuhlgang verringern. Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die im Darm Wasser binden und das Stuhlvolumen erhöhen. Dadurch wird die Darmtätigkeit angeregt und die Verdauung bleibt regelmäßig und natürlich im Fluss.

Wenn Sie unter Hämorrhoiden leiden, ist daher eine ballaststoffreiche Diät zu empfehlen. 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag gelten als gesundheitsförderlich. Versuchen Sie deshalb, mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag zu verzehren; bestenfalls drei Portionen Gemüse (rund 400 Gramm) und zwei Portionen Obst (rund 250 Gramm). Kommen dann noch Vollkornprodukte und Kartoffeln hinzu, bildet dies die Basis einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung.

Verschiedene gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse, Vollkornbrot, Haferflocken und Samen auf einem Tisch angerichtet

Was essen bei Hämorrhoiden?

Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung fördert eine gesunde Verdauung und beugt Verstopfung und damit Hämorrhoiden vor. Sauermilchprodukte wie Naturjoghurt oder Kefir enthalten Milchsäurebakterien, die eine gesunde Darmflora unterstützen können und die Darmbewegung anregen.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Lebensmittelgruppen besonders günstig für eine gute Darmtätigkeit sind – und in welchen Mengen sie idealerweise auf dem Speiseplan stehen sollten.

Lebensmittelgruppe

Beispiele

Empfohlene Tagesmenge

Vollkornprodukte

Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Naturreis, Haferflocken

3–4 Portionen (z. B. 1–2 Brotscheiben, 1 Portion Reis oder Nudeln)

Gemüse

Brokkoli, Karotten, Zucchini, Paprika, Spinat

mind. 3 Portionen ≈ 400 g

Obst

Äpfel, Birnen, Beeren, Pflaumen, Orangen

2 Portionen ≈ 250 g

Hülsenfrüchte

Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Erbsen

2–3 × pro Woche ≈ 100–150 g gekocht

Nüsse & Samen

Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse, Mandeln

1 kleine Handvoll (20–30 g)

Milchprodukte mit Milchsäurebakterien

Naturjoghurt, Kefir, Buttermilch

1 Portion ≈ 150–200 g

Tipp:

Steigern Sie die Ballaststoffzufuhr langsam und trinken Sie ausreichend Wasser, damit sich Ihr Körper gut an die Umstellung gewöhnt.

Weil einzelne Lebensmittel allein in der Regel aber weder satt noch glücklich machen, haben wir zwei Rezepte zum Herunterladen für Sie, die diese Zutaten zu einem vollständigen Gericht verbinden: Dinkelnudeln mit Spinat und Bohnen und einen Sommersalat mit Belugalinsen, Mango und Minze.

Folgende Lebensmittel sollten Sie bei vergrößerten Hämorrhoiden besser meiden

Einige Speisen können die Schleimhaut reizen oder Verstopfung begünstigen. Diese sollten Sie nur selten oder in kleinen Mengen konsumieren:

  • stark gewürzte und sehr scharfe Speisen (z. B. Chili, Pfeffer, Curry)

  • Weißmehlprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel

  • fettreiche, frittierte oder sehr zuckerhaltige Speisen

  • stark gesalzene Snacks (z. B. Chips, Salzstangen, gesalzene Erdnüsse)

Unterstützung bei akuten Beschwerden

Bei akuten Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Nässen im Analbereich kann eine lokale Behandlung zusätzlich zur Ernährungs- und Lebensstilumstellung Linderung verschaffen. Bei akutem starkem Juckreiz kann eine Salbe wie Posterisan akut schnelle Linderung verschaffen. Bei Brennen und Nässen kann die FAKTU lind Hämorrhoidensalbe die gereizte Haut beruhigen, die Regeneration fördern und so den Heilungsprozess unterstützen.

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Was sollte man bei Hämorrhoiden trinken?

Eine ausreichende Menge an Wasser ist essenziell. Und zwar nicht nur, um die Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit zu erhalten, sondern auch, um den Stuhl weich und normal geformt zu halten. Flüssigkeit ist ein wichtiger Bestandteil einer darmfreundlichen Ernährung und hilft, die Verdauung in Schwung zu halten.

Bei einer ballaststoffreichen Ernährung sind mindestens eineinhalb, besser zwei Liter über den Tag verteilt empfehlenswert. So haben die Nahrungsfasern genügend Wasser, um aufzuquellen und den Stuhl zu lockern.

  • Trinken Sie morgens ein Glas lauwarmes Wasser, um den Darm anzuregen.

  • Trinken Sie vor allem Leitungswasser, Mineralwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Sie liefern reichlich Flüssigkeit, aber keine Kalorien und Zusatzstoffe. Geeignet sind auch leichte Fruchtsaftschorlen aus drei Teilen Wasser und einem Teil Fruchtsaft.

  • Empfehlenswert ist es, zu jeder Mahlzeit mindestens ein Glas Wasser zu trinken.

  • Trinkwecker oder Trink-Apps erinnern regelmäßig an das Wassertrinken. Alternativ können Sie unseren Trinkplaner als PDF herunterladen, ausdrucken und jedes getrunkene Glas abhaken.

  • Stellen Sie sich immer ein Glas Wasser oder ein anderes Getränk in Sichtweite.

Alkohol und zuckerhaltige Energy- oder Softdrinks können die Darmschleimhaut reizen und so die Beschwerden bei vergrößerten Hämorrhoiden verstärken. Außerdem entziehen sie dem Körper Flüssigkeit, was zu härterem Stuhl und stärkerem Pressen beim Toilettengang führen kann. Zuckerhaltige Getränke fördern zusätzlich Entzündungsprozesse im Körper und können die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen.

Wer Hämorrhoiden vorbeugen oder bestehende Symptome lindern möchte, sollte diese Getränke nur in Maßen genießen und bevorzugt zu Wasser, Kräuter- oder Früchtetee greifen.

Welche Bewegungsempfehlungen gibt es bei Analbeschwerden?

Nicht nur die Ernährung hilft bei Hämorrhoiden. Untersuchungen zur körperlichen Bewegung zeigen: Wer regelmäßig aktiv ist, regt die Darmtätigkeit an und tut aktiv etwas gegen Hämorrhoiden und andere Afterbeschwerden. Ernährung und Bewegung ergänzen sich ideal, um Hämorrhoiden vorzubeugen und die Darmgesundheit zu fördern.

  • Bewegung und Sport werden für alle Altersklassen empfohlen. Für Erwachsene bis 65 Jahre gelten hinsichtlich körperlicher Aktivität folgende Empfehlungen:

  • Bewegen Sie sich pro Woche insgesamt mindestens 150 Minuten.

  • Die Belastung sollte mäßig anstrengend sein.

  • Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Laufen sind empfehlenswert.

  • Darüber hinaus ist maßvolles Krafttraining an zwei Tagen pro Woche sinnvoll.

Für chronisch Kranke wie etwa Menschen mit Diabetes gelten diese Empfehlungen ebenfalls. Ist körperliche Bewegung in diesem Ausmaß infolge einer Erkrankung phasenweise nicht möglich, können Betroffene so aktiv sein, wie es ihr Zustand zulässt. Sinnvoll ist es, das Training mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin zu besprechen.

Wer unter einer Analvenenthrombose leidet oder dazu neigt, sollte auf Fahrradfahren und Joggen sowie das Heben schwerer Gegenstände wie etwa beim Krafttraining verzichten.

Welche Alltags-Tipps können bei vergrößerten Hämorrhoiden außerdem helfen?

  • Verzichten Sie auf den Genuss von Alkohol und Zigaretten.

  • Verzehren Sie sehr scharfe Lebensmittel und Speisen nur selten.

  • Versuchen Sie, wenn möglich, Stuhldrang nicht zu unterdrücken. Je öfter Sie den Toilettengang hinauszögern, desto mehr gewöhnen sich die Rezeptoren im Enddarm daran und der Stuhldrang wird immer weniger und der Stuhl fester.

  • Achten Sie beim Stuhlgang auf eine entspannte Sitzposition: Angewinkelte Beine erleichtern die Entleerung. Nutzen Sie dafür einen kleinen Hocker oder einen Schemel vor der Toilette, um Ihre Füße dort abzustellen.

  • Lassen Sie sich beim Stuhlgang Zeit und versuchen Sie, nicht zu pressen. Verweilen Sie aber auch nicht zu lange auf der Toilette. Ein Gang sollte nicht länger als 5 Minuten dauern.

  • Verwenden Sie weiches Toilettenpapier, um die empfindliche Afterhaut zu schonen.

  • Achten Sie auf regelmäßige Pausen und Auszeiten. Sorgen Sie für sich und Ihre psychische Gesundheit, weil auch diese eine Rolle bei der Entstehung von Verstopfung und Erkrankungen spielen kann.

  • Massieren Sie gelegentlich Ihren Bauch, um den Darm beim Transport des Stuhls zu unterstützen. Eine zehnminütige Massage am äußeren Rand des Bauchs reicht schon aus. Üben Sie dabei nicht zu viel Druck aus und massieren Sie im Uhrzeigersinn.

Wer kann mich zur Ernährung bei Hämorrhoiden beraten?

Für alle Fragen rund um die Analgesundheit und Analbeschwerden sind Fachärzte und Fachärztinnen mit der Zusatzbezeichnung für Enddarmerkrankungen (Proktologie) die richtigen Ansprechpartner. Sie sind in der Behandlung von Analerkrankungen geschult und wissen, welche Behandlung die richtige ist. In der Regel ist jedoch die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Sie kann die Beschwerden einschätzen und bei Bedarf an eine proktologische Praxis weiterleiten

Wer unter starken und anhaltenden Beschwerden wie Blutungen und Schmerzen im Analbereich leidet oder Symptome wie Abgeschlagenheit, Schwindel oder starke Bauchschmerzen feststellt, sollte sich in jedem Fall in ärztliche Behandlung begeben. Nur so lassen sich Komplikationen vermeiden und Beschwerden langfristig lindern.

Bei Fragen zu Ernährung bei Hämorrhoiden oder Ernährung allgemein empfiehlt sich ein Termin bei einem zertifizierten Ernährungsberater oder einer Ernährungsberaterin. Sie betrachten Betroffene ganzheitlich und stehen in vielen Fällen mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten in engem Kontakt und Austausch. So gelingt die Vorsorge und Nachsorge bei Analbeschwerden durch einen angepassten Lebensstil und Ernährung.

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Quellen

N. Nakhla, A. Hospattankar, K. Siddiqui et al., „Improving Hemorrhoid Outcomes: A Narrative Review and Best Practices Guide for Pharmacists“, Pharmacy 13, 4 (2025).

S. De Marco und D. Tiso, „Lifestyle and Risk Factors in Hemorrhoidal Disease“, Frontiers in Surgery 8 (2021).

A. Labidi, F. Maamouri, F. Letaief-Ksontini et al., „Dietary habits associated with internal hemorrhoidal disease: a case-control study“, La Tunisie Médicale 97, 4 (2019).

P. Alonso-Coello, E. Mills, D. Heels-Ansdell et al., „Fiber for the treatment of hemorrhoids complications: a systematic review and meta-analysis“, American Journal of Gastroenterology 101, 1 (2006).

* nach verkauften Hämorrhoidensalben (IH-Galaxy Apo-Fusion 08/2026).