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Abszess am Po (Analabszess): Symptome, Ursachen und Behandlung

Ein Analabszess ist eine häufig vorkommende Analerkrankung. Sie macht sich durch starke Schmerzen beim Sitzen oder Laufen bemerkbar und ist stets ein Notfall. Was sind die Ursachen? Und wo finde ich im Notfall Hilfe?

8 min Lesezeit

Geprüft von: Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor, DR. KADE Health Care, Berlin

Im Vordergrund fasst sich ein Mann mit einer Hand ans Gesäß; im Hintergrund ein Arzt oder eine Ärztin mit Stethoskop an einem Tisch mit Medikamenten.

Auf einen Blick: Abszess am Po (Analabszess)

  • Ein Analabszess ist eine eitrige Entzündung im Bereich des Afters, die meist durch entzündete Proktodealdrüsen entsteht und starke Schmerzen sowie Schwellungen verursachen kann.

  • Typische Symptome sind eine schmerzhafte Schwellung am After, Rötung, Druckschmerz beim Sitzen oder Laufen sowie Schmerzen beim Stuhlgang, manchmal begleitet von Fieber.

  • Aus einem Analabszess kann sich eine Analfistel entwickeln, bei der ein Gang zwischen Analkanal und Haut entsteht und Eiter nach außen abfließt.

  • Ein Analabszess gilt als medizinischer Notfall und muss in der Regel chirurgisch geöffnet werden, damit Eiter abfließen kann und Komplikationen wie eine Blutvergiftung verhindert werden.

  • Risikofaktoren sind unter anderem Morbus Crohn, Diabetes, Übergewicht, Rauchen oder ein überwiegend sitzender Lebensstil.

Häufig gestellte Fragen

Ein Analabszess ist eine eitrige Entzündung im Bereich des Afters. Dabei sammelt sich Eiter im Gewebe, meist ausgelöst durch eine bakterielle Entzündung der sogenannten Proktodealdrüsen.

Typisch sind eine schmerzhafte Schwellung am After, Rötung und Druckschmerz, besonders beim Sitzen, Laufen oder Stuhlgang. In manchen Fällen kommen Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl hinzu.

Nein. Ein Analabszess sollte nicht mit Salben behandelt werden, sondern ist immer ein Grund für den Besuch in der Arztpraxis. Da es sich um eine akute Entzündung mit Eiteransammlung handelt, ist in der Regel ein chirurgischer Eingriff notwendig, damit der Eiter abfließen kann.

Bei Verdacht auf einen Analabszess sollte man sofort ärztliche Hilfe suchen. Unbehandelt kann sich die Entzündung ausbreiten oder im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen.

Was ist ein Analabszess?

Ein Abszess am Po, medizinisch als Analabszess bezeichnet, gehört zu den häufigen Analerkrankungen. Die akute eitrige Entzündung wird auch Perianalabszess genannt und tritt im Bereich des Afters auf. Ein Abszess kann entstehen, wenn sich zum Beispiel Haarwurzeln im Analbereich entzünden (Sinus pilonidalis). Sehr häufig liegt der Ursprung aber in entzündeten Duftdrüsen, den sogenannten Proktodealdrüsen, die zwischen dem inneren und dem äußeren Teil des Schließmuskels liegen. Weil durch die Entzündung die Ausführgänge der Drüsen verstopfen, entsteht eine Eiteransammlung (Abszess) im Gewebe – mit einer Schwellung, die sehr schmerzhaft sein kann.

Aus einem Abszess am Po bildet sich mitunter eine sogenannte Analfistel. Sie besteht aus einem schmalen Gang, der sich zwischen dem inneren Teil des Analkanals und der feinen Haut rund um den After bildet. Eine Analfistel entsteht immer dann, wenn der Druck durch den angestauten Eiter sehr groß wird. Das Sekret bahnt sich durch einen neu gebildeten Gang im Gewebe, die Fistel, einen Weg nach draußen. Ein Analabszess ist das akute Stadium, eine Analfistel das chronische Stadium des gleichen Krankheitsbildes.

Es ist nicht ratsam, einen Abszess am Po selbst zu behandeln. Denn ein Analabszess ist immer ein medizinischer Notfall. Ein operativer Eingriff ermöglicht, dass das eitrige Sekret abfließen kann. Geschieht dies nicht, kann ein Abszess am Po gefährlich werden: Er kann aufbrechen und das bakterielle Eitersekret kann im Körper eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) verursachen.

Genaue Zahlen zur Häufigkeit von Analabszessen gibt es nicht. Sie treten vor allem bei jüngeren Erwachsenen zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr auf. Ein Analabszess beim Mann ist drei- bis viermal häufiger als bei Frauen.

Was sind die Symptome bei einem Analabszess?

Ein typisches Symptom eines Analabszesses ist eine über mehrere Tage andauernde schmerzhafte Schwellung im Bereich des Afters. Das Aussehen von Analabszessen ist unterschiedlich, manchmal sind sie von außen gar nicht zu sehen.

Häufig ist die betroffene Stelle deutlich gerötet und fühlt sich wärmer an. Betroffene spüren vor allem beim Laufen oder Sitzen einen Druckschmerz und leiden unter starken Schmerzen beim Stuhlgang. Darüber hinaus kommen in manchen Fällen noch Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit hinzu. Dann empfiehlt es sich, rasch ärztliche Hilfe zu suchen.

Manche Analabszesse brechen von selbst auf und der Eiter kann sich entleeren. Hat sich bereits eine Analfistel gebildet, treten Eitersekret und mitunter Kot aus einer kleinen Öffnung in der Haut aus. Die Haut rund um diesen Fistelausgang ist häufig schmerzempfindlich und brennt. Da ein Ende der Fistel in den Analkanal mündet, entdecken Betroffene manchmal Eitersekret und gelegentlich auch Blut im Stuhl.

Wo finde ich Hilfe bei Verdacht auf einen Abszess am Po?

Betroffene fragen sich häufig, welche Ärztin oder welcher Arzt bei einem Abszess am Po die richtige Ansprechperson ist. Ein Analabszess ist immer ein Notfall und muss wegen der akuten Entzündung sofort behandelt werden. Proktologen und Proktologinnen sind Ärzte, die auf Enddarmerkrankungen spezialisiert sind. Sollte ein kurzfristiger Termin in der Fachpraxis nicht möglich sein, sind die Hausärztin oder der Hausarzt die richtige Anlaufstelle.

Welche Ursachen hat ein Analabszess?

Die häufigste Ursache für einen Abszess am Po ist eine Entzündung der sogenannten Proktodealdrüsen, die zwischen dem inneren und dem äußeren Teil des Schließmuskels liegen. Männer besitzen mehr dieser Drüsen als Frauen; bei einigen Menschen fehlen sie komplett.

Die Entzündung entsteht durch Bakterien, die in die Schleimhaut oder die Haut eindringen und sich dort vermehren. Der Körper reagiert mit einer Abwehrreaktion und es bildet sich eine Kapsel, die mit Eiter gefüllt ist. Menschen, die unter der entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn leiden, entwickeln schneller Analabszesse und in der Folge auch Analfisteln. Tritt ein Analabszess auf, sollten Betroffene ärztlich abklären lassen, ob sie an Morbus Crohn erkrankt sind.

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die die Entstehung eines Analabszesses begünstigen:

  • Colitis ulcerosa

  • Diabetes mellitus

  • Erkrankungen des blutbildenden Systems

  • HIV-Infektion

  • Übergewicht

  • überwiegend sitzende Lebensweise

  • Rauchen

Seltener entsteht ein Abszess am Po durch entzündete Haarwurzeln im Analbereich.

Person in einem weißen Kittel zeigt mit einem Skalpell auf pathologische Veränderungen, z. B. Abszess am Po, an einem anatomischen Modell des Enddarms.

Wie sieht die Behandlung bei einem Analabszess aus?

Im Gegensatz zum Hämorrhoidalleiden sollte bei einem Abszess am Po auf eine Selbstmedikation mit Salben verzichtet werden. Ein Analabszess mit oder ohne Analfistel ist eine akute Entzündung und muss rasch ärztlich behandelt werden. Dadurch sinkt das Risiko für eine Blutvergiftung (Sepsis). Ein Analabszess wird in der Regel unter Teil- oder Vollnarkose chirurgisch entfernt. Bei der Teilnarkose bleibt die operierte Person auch während der Operation ansprechbar. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Periduralanästhesie (PDA), die das Schmerzempfinden im Unterleib ausschaltet.

Dazu öffnet die Chirurgin oder der Chirurg bei der Operation den Abszess durch einen kleinen Schnitt, entfernt angestauten Eiter und entzündetes Gewebe und spült die Wunde sorgfältig aus. Dies geschieht häufig mit einer antibiotischen Lösung, die eine erneute Ansiedlung und Vermehrung von Bakterien verhindern soll. Hat sich bereits eine Analfistel gebildet, wird auch sie operativ behandelt.

Nach der Operation wird der Wundbereich von einer medizinischen Fachkraft regelmäßig kontrolliert und gepflegt. Die Schmerzen nach einer Analabszess-OP sind meistens gering. Leichte Schmerzmittel können helfen, den Wundschmerz zu lindern. Es dauert etwa sechs Wochen, bis die OP-Wunde verheilt ist. Für eine gute Wundheilung empfiehlt es sich, den Analbereich regelmäßig zu reinigen. Betroffene empfinden Sitzbäder zur Reinigung als angenehm. Darüber hinaus kann eine ballaststoffreiche Ernährung helfen, den Stuhl aufzuweichen, was den Stuhlgang erleichtert.

Betroffene, die zum Beispiel an Diabetes mellitus leiden oder mit dem HI-Virus infiziert sind, bekommen für einige Tage nach der Operation ein Antibiotikum verschrieben.

Wie kann ich einem Abszess am Po vorbeugen?

Analabszesse entstehen hauptsächlich durch eine Entzündung der sogenannten Proktodealdrüsen, die zwischen dem inneren und äußeren Bereich des Schließmuskels liegen. Eine Vorbeugung einer solchen Entzündung ist nicht möglich. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch dazu beitragen, das Risiko für Analabszesse und Analfisteln zu reduzieren. Dazu gehören:

  • körperliche Bewegung und Sport

  • gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie sparsames Salzen und wenig scharfe Speisen

  • Verzicht auf Rauchen und Alkohol

Bei Verdacht auf einen Abszess am Po empfiehlt es sich, umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.

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Quellen

A. Kata und J.S. Abelson, „Anorectal Abscess“, in: Clin Colon Rectal Surg 37, 6 (2023).

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) / Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Analabszess (2026).

J.N. Conner et al., „Perianal Abscess“, in: StatPearls (2023).

M.H. Whiteford, „Perianal abscess/fistula disease“, in: Clin Colon Rectal Surg 20, 2 (2007).