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Wie Sie vergrößerte Hämorrhoiden erkennen
Erfahren Sie, woran sich Hämorrhoiden bemerkbar machen und wie frühes Erkennen Beschwerden vorbeugt.
Jetzt Hämorrhoiden erkennenBei Schwangeren ist das Risiko für Analbeschwerden, wie z. B. ein Hämorrhoidalleiden, erhöht. Was lässt sich gegen vergrößerte Hämorrhoiden tun?
Geprüft von: Dr. med. Johannes Jongen, Proktologe, Kiel
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Das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden in der Schwangerschaft ist erhöht
Ursachen dafür sind u. a. erhöhter Druck im Bauchraum, hormonelle Veränderungen, Gewichtszunahme, Verstopfung
Zu den Symptomen zählen Juckreiz, Brennen, Blutungen
Sitzbäder, kühlende Kompressen und Salben, wie z. B. Posterisan protect, wirken lindernd
Nach der Geburt bilden sich vergrößerte Hämorrhoiden meist zurück
Das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden in der Schwangerschaft steigt u. a. aufgrund eines erhöhten Drucks im Bauchraum, hormoneller Veränderungen, häufiger auftretender Verstopfung und Gewichtszunahme.
Darüber hinaus ist das Risiko auch von genetischen Faktoren, dem Alter der Mutter und vorherigen Schwangerschaften abhängig.
Vergrößerte Hämorrhoiden sind grundsätzlich und auch in der Schwangerschaft zwar lästig, aber in den meisten Fällen für Mutter und Kind nicht gefährlich.
Bei Blutungen und Schmerzen sollten die Symptome jedoch ärztlich abgeklärt werden, um Komplikationen oder andere Erkrankungen auszuschließen und eine zeitnahe Behandlung einzuleiten
Vergrößerte Hämorrhoiden in der Schwangerschaft lassen sich mit für Schwangere zugelassenen Hämorrhoidensalben und -zäpfchen, z. B. Posterisan protect, sowie mit Sitzbädern und kühlenden Kompressen behandeln. Nach Rücksprache mit einer ärztlichen Praxis können auch stärker wirksame Arzneimittel zur Symptomlinderung eingesetzt werden.
Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung helfen, Verstopfung zu vermeiden, und ein korrektes Toilettenverhalten kann das Risiko für ein Hämorrhoidalleiden weiter senken.
Die Posterisan protect Hämorrhoidensalbe kann unbedenklich in der Schwangerschaft angewendet werden. Auch die FAKTU lind Hämorrhoidensalbe und Posterisan akut dürfen nach ärztlicher Absprache genutzt werden.
Ja, vergrößerte Hämorrhoiden, die in der Schwangerschaft entstehen, bilden sich meist innerhalb von 2 bis 6 Monaten nach der Entbindung wieder zurück.
Zunächst einmal: Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Das sind Gefäßpolster im Analkanal, die für die sogenannte „Feinkontinenz“ sorgen, also dafür, dass der Schließmuskel des Afters gut abgedichtet ist.
In bestimmten Lebenslagen jedoch können sich Hämorrhoiden verändern: Wenn die Aufhängung aus Bindegewebe und Muskeln nachlässt, können sich Hämorrhoiden verlagern, vergrößern und nach außen verschieben, was zu Beschwerden führen kann.
Mindestens jede dritte schwangere Frau klagt über Hämorrhoidenbeschwerden.1 Wie entstehen vergrößerte Hämorrhoiden, warum sorgen sie in der Schwangerschaft besonders häufig für Probleme und ist es denn immer auch ein Hämorrhoidalleiden?
Die Gründe für die Entstehung eines Hämorrhoidalleides in der Schwangerschaft sind vielfältig:
Erhöhter Druck: Die größer werdende Gebärmutter mit dem heranwachsenden Kind drückt auf das Becken und den Enddarm. Der Druck kann zu einer Verlagerung der Hämorrhoidalpolster führen. Zusätzlich kann es zu einem Blutstau in den Venen kommen, wodurch eine Erweiterung der Gefäßpolster noch mehr begünstigt wird.
Hormonelle Veränderungen: Eine steigende Konzentration des Zyklushormons Progesteron lockert das Gewebe und dehnt die Blutgefäße, was eine Verschiebung und Vergrößerung der Hämorrhoiden begünstigt.
Verstopfung: Hormonelle Veränderungen, Eisenpräparate und Bewegungsmangel können Verstopfung verursachen. Der dabei entstehende Druck beim Stuhlgang belastet die Gefäße und fördert Hämorrhoiden.
Gewichtszunahme: Das zunehmende Körpergewicht und Wassereinlagerungen, vor allem in Beinen und Füßen, erschweren den Blutabfluss im Becken. So steigt der Druck im Afterbereich und Hämorrhoiden verschieben und vergrößern sich.
Weitere Schwangerschaften und Alter: Mit jeder weiteren Schwangerschaft und zunehmendem Alter verliert das Gewebe an Elastizität. Dadurch steigt das Risiko, dass sich Hämorrhoiden verschieben, vergrößern und vermehrt Beschwerden auftreten.
„Gute Nachricht für Schwangere: Vergrößerte Hämorrhoiden sind oft vorübergehend, bedingt durch Druck, Hormone, Gewicht und veränderte Darmtätigkeit. Abhilfe schaffen Stuhlregulation, Analhygiene, Kühlen und Sitzbäder. Besonders in der Stillzeit gilt: ausreichend trinken, d. h. mindestens 1,5 Liter plus das, was das Kind trinkt. Das können schnell 3–3,5 Liter werden!“
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Vergrößerte Hämorrhoiden können die ganze Schwangerschaft über auftreten. Besonders häufig werden sie im letzten Trimester und kurz vor der Geburt wahrgenommen, wenn die Gewichtszunahme fortgeschritten, der Druck im Bauch- und Beckenbereich besonders groß und das Gewebe in Vorbereitung auf die Geburt stark gelockert ist. Auch nimmt die Bewegungsfähigkeit vieler Schwangerer in dieser Phase ab.
Vergrößerte Hämorrhoiden werden in Schweregrade eingeteilt.
Treten vergrößerte Hämorrhoiden erstmalig in der Schwangerschaft auf, so befinden sie sich in der Regel noch im Anfangsstadium und werden nur anhand von begleitenden Symptomen wie Juckreiz, Brennen oder Blutungen wahrgenommen (Schweregrad 1).
Ab Schweregrad 2 treten die Hämorrhoiden beim Stuhlgang nach außen und können dabei ggf. ertastet werden, solange sie sich noch nicht wieder von allein zurückgezogen haben.
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Grad 1: Hämorrhoiden sind noch nicht sichtbar und hinterlassen mitunter nur etwas Blut am Toilettenpapier.
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Grad 2: Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang aus dem Analeingang und ziehen sich danach wieder zurück.
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Grad 3: Hämorrhoiden ziehen sich nicht mehr von allein zurück, lassen sich aber manuell zurückschieben.
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Grad 4: Hämorrhoiden verbleiben als knotiges Gewebe außerhalb des Analeingangs und können nicht mehr zurück in den Analeingang geschoben werden.
Eine Schwangerschaft kann körperlich und psychisch sehr herausfordernd sein. Neben zahlreichen anderen unangenehmen Erscheinungen, von Übelkeit über Bänderschmerzen bis Wassereinlagerungen, machen die meist harmlosen, aber lästigen Symptome eines Hämorrhoidalleidens, wie Jucken, Brennen oder Blut auf dem Stuhl, diese Lebenssituation unter Umständen noch schwieriger.
Zu den klassischen Symptomen, anhand derer Sie Hämorrhoiden erkennen können, gehören:
Brennen, besonders nach dem Stuhlgang
Druck- und Fremdkörpergefühl
Blutungen in Form von meist hellroten Spuren auf dem Toilettenpapier oder hellrotem Blut auf dem Stuhl
Im fortgeschrittenen Stadium können zusätzliche Symptome auftreten:
Vorfall (z. B. Hämorrhoidal- und/oder Analprolaps) und Tastbarkeit von vergrößerten Hämorrhoiden außerhalb des Afters
Stuhlspuren in der Unterwäsche oder Inkontinenz, wenn die Abdichtung des Darms gestört ist
Durch die Nähe zur Vagina und der Harnröhre kann es vermehrt zu Blasenentzündungen durch Keime von ungewollt austretenden Stuhlspuren kommen
Blut im Stuhl bei Frauen in der Schwangerschaft sollte genau wie außerhalb einer Schwangerschaft grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Denn nicht immer sind vergrößerte Hämorrhoiden dafür verantwortlich.
Im schlimmsten Fall könnte hinter einer beobachteten Blutung ein gynäkologisches Problem, wie eine unentdeckte Vaginalblutung, stecken. Bei Blutspuren in der Unterwäsche oder nach dem Abwischen auf dem Toilettenpapier – es sollte von vorne (vaginal) nach hinten (anal) abgewischt werden – kann manchmal nicht sicher unterschieden werden, wo das Blut hergekommen ist. Wenn unklar ist, woher das Blut kommt, sollte dies bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen abgeklärt werden.
Eine Vaginalblutung ist in der Schwangerschaft ein medizinischer Notfall und muss sofort versorgt werden.
Generell sind Analerkrankungen und Beschwerden im Analbereich bei schwangeren Frauen ein häufiges Problem, vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel. In Eigendiagnose werden Beschwerden fast immer den Hämorrhoiden zugeschrieben, wobei auch andere Analerkrankungen in dieser Phase vermehrt auftreten. Typisch sind in dieser Lebensphase auch geschwollene Marisken (Hautfalte im Bereich des Afters), Analfissuren sowie Analvenenthrombosen.
Wenn Frauen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt von Schmerzen im Analbereich berichten, deutet dies eher auf eine andere oder eine kombinierte Analerkrankung hin. Daher gilt: Schmerzen sollten Schwangere ärztlich abklären, ob eine Analvenenthrombose (u. U. mit Analprolaps) oder eine Analfissur vorliegt.
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In aller Regel werden Hämorrhoiden in der Schwangerschaft so schonend wie möglich behandelt. Eine spezifische proktologische Hämorrhoiden-Behandlung, wie Sklerosierung, Gummibandligatur oder Operationen, findet in dieser Zeit und meist bis 6 Monate nach der Entbindung normalerweise nicht statt.
Mit den folgenden Tipps und Mitteln gegen Hämorrhoiden können Sie gegen vergrößerte Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vorgehen:
Belastende Beschwerden sollten auch in der Schwangerschaft effektiv behandelt und nicht einfach ausgehalten werden. Hierfür stehen diverse Medikamente zur Verfügung, die, je nach Produkt, entzündungshemmend, zusammenziehend, juckreiz- und schmerzlindernd wirksam sind. Für manche Produkte ist eine ärztliche Rücksprache notwendig, andere können auch ohne vorherigen Besuch in der Arztpraxis verwendet werden.
Ohne ärztliche Rücksprache kann beispielsweise Posterisan protect mit den schützenden Substanzen Jojoba-Öl und Bienenwachs angewendet werden. Als Salbe und/oder Zäpfchen lindert es leichte Beschwerden im Analbereich und dient zum Schutz der Analregion vor Reizungen wie z. B. hartem Stuhlgang.
Bei vorangeschrittenen Hämorrhoiden kann auch ein Hilfsmittel wie der Postericare Hämorrhoiden-Stick angewendet werden, mit dem Sie hervorgewölbte Hämorrhoiden wieder in ihre ursprüngliche Position bringen können. Zurückverlagerte Hämorrhoiden verfügen über einen besseren Abfluss angestauter Flüssigkeiten, wodurch sich vergrößerte Hämorrhoiden leichter zurückbilden können.
Liegt in der Schwangerschaft eine Verstopfung oder unregelmäßige Verdauung vor, sollte die Darmtätigkeit angeregt, bzw. normalisiert werden. Dies ist eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Analbeschwerden und Hämorrhoiden – auch in der Schwangerschaft.
Dabei helfen:
ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1,5 Liter täglich Wasser und Kräutertee)
ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung (ggf. inkl. Quellstoffen)
ausreichende Bewegung
regelmäßige Entspannungsübungen, um Stress abzubauen
Darüber hinaus gelten in der Schwangerschaft auch die sonstigen Verhaltensempfehlungen für den Gang zur Toilette und die anschließende Hygiene:
Achtsamkeit beim Stuhlgang (nicht einhalten, nicht stark pressen, maximal 3 bis 5 Minuten auf der Toilette sitzen, hockende Haltung einnehmen)
gute Analhygiene (bevorzugt: Bidet/Afterdusche oder seifenfreie Reinigung mit Wasser oder weichem Toilettenpapier)
Weitere Optionen bei besonders leichten Beschwerden können Hausmittel in Form von Sitzbädern oder die Anwendung von Kälte sein:
Sitzbäder, z. B. mit Badezusätzen aus gerbstoffhaltiger Eichenrinde, die den Analbereich zusätzlich sanft reinigen
Kühlpacks oder kühlende Kompressen
Bei den meisten Betroffenen klingen Analbeschwerden, die sich in der Schwangerschaft gebildet haben, wie vergrößerte Hämorrhoiden nach der Geburt, im Rahmen der natürlichen Rückbildung innerhalb von zwei bis sechs Monaten ab.
Bei Blutungen, Schmerzen, anhaltenden Beschwerden, ausbleibender Besserung trotz entsprechender Therapien oder weiterbestehenden Knoten im Analbereich sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.
Während und nach der Schwangerschaft ist die gynäkologische Praxis die erste Anlaufstelle auch bei Anal- und Hämorrhoidalproblemen. Diese können bei Bedarf weiter zu Proktologinnen und Proktologen überweisen, die auf Erkrankungen des Enddarms und damit auch Hämorrhoiden spezialisiert sind.
Dr. med. Johannes Jongen war 1989–2023 als Chirurg in einer proktologischen Praxis in Kiel niedergelassen. Seit 2023 vertritt er dort urlaubsbedingt Kollegen. Er ist Mitglied deutscher, amerikanischer und europäischer koloproktologischer Gesellschaften, publiziert und referiert zu proktologischen Erkrankungen und ist Mitautor medizinischer Leitlinien.
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