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Hä­mor­rhoi­den behandeln

Eine frühe Behandlung bei vergrößerten Hämorrhoiden hilft, Symptome zu lindern und eine Verschlimmerung zu vermeiden. Das können Sie gegen Ihre Beschwerden tun.

10 min Lesezeit

Geprüft von: Dr. med. Johannes Jongen, Proktologe, Kiel

Person öffnet eine Aufbewahrungsbox mit verschiedenen Medikamenten, Fläschchen und Salben.

Auf einen Blick: Hä­mor­rhoi­den behandeln

  • Vergrößerte Hämorrhoiden im Anfangsstadium können selbst behandelt werden

  • Eine Ernährungsanpassung, Bewegung und gute Analhygiene wirken vorbeugend

  • Salben, wie z. B. Posterisan akut, Zäpfchen und Hausmittel helfen bei akuten Problemen

  • Vergrößerte Hämorrhoiden, die stärkere Beschwerden verursachen, können schonend mit konservativen oder semioperativen Therapieansätzen wie Gummibandligatur oder Verödung behandelt werden

  • Bei einem ausgeprägten Hämorrhoidalleiden kann eine Operation erforderlich sein

Häufig gestellte Fragen 

Gegen die Symptome von vergrößerten Hämorrhoiden helfen Salben, wie z. B. Posterisan akut oder die FAKTU lind Hämorrhoidensalbe, Zäpfchen, wie z. B. die FAKTU lind Hämorrhoidenzäpfchen und Hausmittel wie Sitzbäder.

Vorbeugend gegen vergrößerte Hämorrhoiden wirken Maßnahmen, die Verstopfung vermindern, wie eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung sowie eine gute Analhygiene.

Sie können im Anfangsstadium vergrößerte Hämorrhoiden selbst behandeln mit Salben und Zäpfchen, wie z. B. der Posterisan akut Salbe, der FAKTU lind Hämorrhoidensalbe oder den FAKTU lind Hämorrhoidenzäpfchen.

Auch Hausmittel wie Sitzbäder und kühlende Kompressen helfen kurzfristig.

Vergrößerte Hämorrhoiden, die keine Beschwerden verursachen, erfordern auch keine Therapie. Wenn es jedoch immer wieder zu Beschwerden kommt, liegen Auslöser vor, die aus vergrößerten Hämorrhoiden symptomatische Hämorrhoiden machen. Werden solche Auslöser langfristig nicht beseitigt, können sich die Beschwerden verschlimmern und die Erkrankung kann weiter voranschreiten. Das kann zu weiteren Symptomen oder gar Komplikationen führen.

Anhaltende Symptome wie Juckreiz, Nässen und Blutungen können die Lebensqualität beeinträchtigen. Vorbeugungsmaßnahmen und eventuell eine Behandlung sind daher wichtig, um ein fortgeschrittenes Hämorrhoidalleiden zu vermeiden.

Vergrößerte Hämorrhoiden: Basistherapie

Hämorrhoiden sind gut durchblutete Gefäßpolster, die im gesunden Zustand keine Beschwerden verursachen. Erst wenn sie vergrößert sind, kann es zu Symptomen wie Blutungen, Juckreiz, Brennen und Nässen kommen. Dann spricht man von einem Hämorrhoidalleiden, das auch behandelt werden sollte.

Sind die Beschwerden noch nicht stark ausgeprägt, können Sie vergrößerte Hämorrhoiden mit einer Basistherapie aus Hausmitteln wie Sitzbädern und ersten Verhaltensanpassungen behandeln.

Um einer Verschlechterung der Symptome vorzubeugen, sollten Sie Verstopfung vermeiden und den Stuhlgang normal geformt halten. Dazu gehören Ernährungsanpassungen, regelmäßige Bewegung und eine gute Analhygiene.

Das Wichtigste ist die Stuhlregulierung. Ideal ist Typ 4 der Bristol-Stuhlformskala: wie eine gute Bratwurst. Dafür braucht es eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit – vor allem zu den Mahlzeiten, damit die Ballaststoffe quellen können. Was Großmutter sagte (Trinken beim Essen schadet der Verdauung), gilt nicht mehr!
Dr. med. Johannes Jongen, Proktologe, Kiel
Dr. med. Johannes Jongen

Wie lassen sich vergrößerte Hä­mor­rhoi­den mit Salbe & Co. behandeln?

Arrangierte Produktdarstellung mit Posterisan akut, Posterisan protect Salbe und Zäpfchen sowie FAKTU lind Salbe und Zäpfchen auf einer weißen Fläche vor blauem Hintergrund.

Was hilft noch gegen vergrößerte Hämorrhoiden? Hämorrhoiden im Anfangsstadium können Sie in der Regel gut mit Salben und Zäpfchen selbst behandeln. Solche lokal wirksamen Mittel gegen Hämorrhoiden wirken vor allem gegen lästige Symptome wie Juckreiz und Brennen oder halten den Analkanal weich und geschmeidig, sodass die Darmentleerung erleichtert wird.

Auch Flavonoid-Präparate (gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen) wie in Hamamelis-Produkten, die entzündungshemmend und zusammenziehend wirken, helfen bei der Behandlung von Hämorrhoiden und unterstützen die Heilung.

Bei Juckreiz und leichten Schmerzen

Zur schnellen Linderung akuter Beschwerden empfiehlt sich die Anwendung von Posterisan akut Salbe mit Lidocain. Das lokale Betäubungsmittel verschafft schnelle Hilfe und lindert den unangenehmen Juckreiz. Das Produkt hilft auch gegen Schmerzen im Analbereich, wobei es bei Schmerzen immer ratsam ist, eine ärztliche Diagnose einzuholen.

Hämorrhoiden können ein als schmerzhaft empfundenes Brennen auslösen, was manchmal auch als Hämorrhoiden-Schmerz bezeichnet wird. Ein echter Schmerz ist jedoch kein typisches Symptom für ein reines Hämorrhoidalleiden.

Bei Brennen und leichten Blutungen

Stehen Symptome wie Brennen, leichte Blutungen und Juckreiz bei der Behandlung im Vordergrund, können FAKTU lind Hämorrhoidensalbe und FAKTU lind Hämorrhoidenzäpfchen für Linderung sorgen. Ihr Wirkstoff wird aus Hamamelisblättern und -zweigen gewonnen und hat einen adstringierenden (zusammenziehenden) Effekt, der zusätzlich anti-entzündlich wirkt und Heilungsprozesse unterstützt.

Pflege und Schutz zwischendurch

Schutz und Pflege bei vergrößerten Hämorrhoiden im Anfangsstadium bieten Posterisan protect Salbe und Posterisan protect Zäpfchen. Mit dem Hautschutzkomplex aus Jojoba-Öl und Bienenwachs reduzieren Salbe und Zäpfchen Hämorrhoidalbeschwerden in weniger akuten Phasen und helfen dabei, erneuten Beschwerden vorzubeugen.

Die passende Salbe für jedes Symptom finden

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Alle Präparate können in der Therapie kombiniert werden, sollten aber separat, also zu unterschiedlichen Zeiten (tagsüber oder nachts), verwendet werden, damit sich das volle Wirkspektrum des jeweiligen Präparats entfalten kann.

Achtung:

Schmerzen treten in der Regel erst bei vergrößerten Hämorrhoiden in fortgeschrittenen Stadien mit Komplikationen auf, in Kombination mit oder als Symptom einer anderen Analerkrankung, wie z. B. einer Analfissur. Deshalb sollten Sie Schmerzen wie auch alle anderen anhaltenden Beschwerden im Afterbereich grundsätzlich ärztlich abklären lassen.

Hämorrhoiden zurückschieben

Bei aus dem Analkanal heraustretenden Hämorrhoiden, die sich entweder spontan wieder zurückziehen oder die zurück in den Analkanal geschoben werden können, handelt es sich um ein Hämorrhoidalleiden 2. oder 3. Grades.

In diesem Fall kann der Postericare Hämorrhoiden-Stick die Behandlung wirkungsvoll unterstützen: Er ermöglicht das sanfte, hygienische Zurückschieben der vorgefallenen Hämorrhoiden und hält die Hämorrhoiden im Analkanal. Durch das Zurückschieben und Halten der Polster an ihrer natürlichen Position wird das Gewebe weniger Reizungen ausgesetzt, das Risiko für die Entstehung von Beschwerden sinkt und die Rückbildung des angeschwollenen Gewebes wird durch einen verbesserten Flüssigkeitsabfluss unterstützt.

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Mit welchen konservativen Therapien lassen sich vergrößerte Hämorrhoiden behandeln?

Weitere konservative Maßnahmen können in Betracht gezogen werden, wenn:

  • vergrößerte Hämorrhoiden besonders belastende Beschwerden auslösen

  • die Symptome sich trotz erster Maßnahmen weiter verschlimmert haben

  • die Behandlung von vergrößerten Hämorrhoiden mit Salben, Zäpfchen und Hausmitteln keinen ausreichenden Erfolg zeigte

Hierzu zählen minimalinvasive Methoden, die das Hämorrhoidengewebe größtenteils erhalten. Durch eine frühzeitige konservative Behandlung lässt sich eine Verschlechterung des Zustandes vermeiden, ohne dass eine Hämorrhoiden-Operation nötig wird.

Die Vorteile dieser Verfahren: Sie gelten als schonend, sind überwiegend schmerzarm und benötigen in der Regel keine Narkose oder lokale Betäubung.

Die Nachteile: Nach diesen Eingriffen können sich Hämorrhoiden wieder vergrößern. Häufig muss der Eingriff für einen nachhaltigen Effekt mehrere Male wiederholt werden.

Das Ziel der verschiedenen Behandlungsoptionen ist nicht das Ausrotten der Hämorrhoiden, sondern vergrößertes und vorfallendes Gewebe wieder auf eine normale Größe zu reduzieren und dort zu fixieren, wo es herkam. Alle Therapieoptionen haben daher auch eine bestimmte Rückfallquote, wenn nach dem Eingriff die Auslöser für das Hämorrhoidalleiden nicht abgestellt werden. Gewebe, das auf eine normale Größe zurückgebracht wurde, kann sich sonst auch wieder vergrößern.

Hämorrhoiden veröden (Sklerosierung)

Eine solche konservative Behandlungsmöglichkeit ist, Hämorrhoiden zu veröden (Sklerosierung). Dabei wird ein Medikament in den Hämorrhoidalknoten gespritzt, das eine sogenannte sterile Entzündung auslöst. In der Folge vernarbt das Gewebe, zieht sich zusammen und der Knoten schwillt ab.

Der Eingriff wird ambulant durchgeführt, ist nahezu schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Meist sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen notwendig, um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen. Die Sklerosierung eignet sich vor allem für die Behandlung von Hämorrhoiden im Frühstadium (Grad 1–2).

Infrarotbehandlung

Bei der Infrarotbehandlung kommt Hitze (durch Infrarotlicht) zum Einsatz. Das Gewebe der Schwellung vernarbt dadurch und bildet sich zurück.

Die Methode ist besonders schonend, weil keine Schnitte erforderlich sind. Leichte Schmerzen oder ein Wärmegefühl können nach der Behandlung auftreten, klingen aber rasch wieder ab. Die Infrarotbehandlung eignet sich vor allem bei kleineren Hämorrhoiden des 1. und 2. Grades oder zur Nachbehandlung nach anderen Verfahren.

Da Sklerosierungen und Gummibandligaturbehandlungen während der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden sollten, eignet sich die Infrarottherapie bei starken Hämorrhoidalblutungen in der Schwangerschaft.

Gummibandligatur

Das erfolgversprechendste ärztliche Verfahren bei vergrößerten Hämorrhoiden ist die Gummibandligatur (GBL).1 Sie ist eine der am häufigsten angewendeten Methoden bei Hämorrhoiden im mittleren Stadium (Grad 2–3). Dabei legt die Ärztin oder der Arzt ein Gummiband um das vorfallende Hämorrhoidalgewebe. Durch die unterbundene Blutversorgung stirbt das Gewebe nach einigen Tagen ab und wird beim Stuhlgang unbemerkt ausgeschieden.

Der Eingriff ist in der Regel schmerzarm und erfolgt ambulant. Manche Patientinnen und Patienten verspüren nach der Behandlung vorübergehend ein leichtes Druck- oder Fremdkörpergefühl. Oft genügt eine einzige Sitzung, um Hämorrhoidalbeschwerden zu reduzieren, in manchen Fällen werden mehrere Knoten nacheinander behandelt.

Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL)

Es ist zudem möglich, gezielt die Gefäße, die zu den Hämorrhoiden führen, mit einer Naht abzuschnüren. Dieser Eingriff ist etwas aufwendiger und wird Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL) genannt. Oft wird zusätzlich noch Schleimhaut oberhalb und im Bereich des Hämorrhoidalknotens mit einer Naht so gerafft, dass das Gewebe nicht mehr nach unten vorfallen kann, eine sogenannte Mucopexie oder RAR (rectoanal repair).

Durch die unterbrochene Blutzufuhr schrumpfen die Hämorrhoiden nach und nach, ohne dass empfindliches Gewebe entfernt werden muss. Diese Behandlung ist minimalinvasiv, erfolgt meist unter leichter Betäubung und kann unter bestimmten Voraussetzungen bei Hämorrhoiden mittleren Grades (bis Grad 3) empfohlen werden.

Radiofrequenzablation (RFA) oder Laserhämorrhoidoplastie

Diese Verfahren werden in der Regel unter leichter Betäubung durchgeführt. Dabei wird eine Sonde in den Hämorrhoidalknoten eingeführt. Durch kontrolliertes Abgeben von Energie wird das Gewebe innerhalb des Hämorrhoidalknotens erhitzt und koaguliert (flüssige Stoffe gerinnen entweder durch Radiofrequenzwellen oder Laserlicht). Durch den nachfolgenden Heilungsprozess kommt es zu einem Schrumpfen des Hämorrhoidalknotens.

Vergrößerte Hämorrhoiden operieren

Bei der Behandlung stark ausgeprägter Hämorrhoiden des 3. oder 4. Grades oder bei einem Hämorrhoidalleiden, bei dem alle vorherigen Therapieoptionen versagt haben, kann ein chirurgischer Eingriff nötig werden. Dabei wird das vorfallende Hämorrhoidengewebe unter einer Teil- oder Vollnarkose operativ entfernt.

Zu den Risiken einer Hämorrhoiden-Operation zählen Schmerzen, Nachblutungen und Wundinfekten nach dem Eingriff; die Arbeitsunfähigkeit danach dauert durchschnittlich ein bis vier Wochen.2 Die Rückfallquote fällt im Vergleich zu konservativen Verfahren aber deutlich geringer aus.3

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Fußnoten

  1. Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (2019) S. 63 (Kap. 4: „Konservative Therapie/4.4. Gummiband-Ligatur"). Zurück
  2. Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (2019) S. 70. Zurück
  3. L. Quan et al., „Comparison of efficacy and safety between surgical and conservative treatments for hemorrhoids: a meta-analysis“, BMC Gastroenterology 25, 1 (2025). Zurück

Quellen

A.T. Hawkins et al., „The American Society of Colon and Rectal Surgeons Clinical Practice Guidelines for the Management of Hemorrhoids“, Diseases of the Colon & Rectum 67, 5 (2024).

Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (2019) S. 63 (Kap. 4: „Konservative Therapie/4.4. Gummiband-Ligatur"), S. 15 (Komplikationen nach konventioneller Hämorrhoiden-Operation).

D. van de Hoef und A. Hogan, „Haemorrhoidal Artery Ligation Compared to Alternative Surgical Techniques for the Treatment of Grade II–IV Haemorrhoids: A Systematic Review“, Journal of Mind and Medical Sciences 10 (2023).

L. Quan et al., „Comparison of efficacy and safety between surgical and conservative treatments for hemorrhoids: a meta-analysis“, BMC Gastroenterology 25, 1 (2025).

P. Alonso-Coello, E. Mills, D. Heels-Ansdell et al., „Fiber for the treatment of hemorrhoids complications: a systematic review and meta-analysis“, American Journal of Gastroenterology 101, 1 (2006).

P. Sheikh, V. Lohsiriwat und Y. Shelygin, „Micronized Purified Flavonoid Fraction in Hemorrhoid Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis“, Advances in Therapy 37, 6 (2020).

S.I. Kang, „Latest Research Trends on the Management of Hemorrhoids“, Journal of the Anus, Rectum and Colon 9, 2 (2025).

* nach verkauften Hämorrhoidensalben (IH-Galaxy Apo-Fusion 08/2026).