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Hä­mor­rhoi­den-OP: Welche Methoden gibt es?

Erfahren Sie, wann eine Hämorrhoiden-OP nötig ist, welche Operationsmethoden es gibt und welche Alternativen infrage kommen.

8 min Lesezeit

Geprüft von: Dr. Felix Friedrich, Senior Medical Advisor, DR. KADE Health Care, Berlin

Eine medizinische Fachkraft sitzt neben einem Patienten und bespricht mit ihm eine Hämorrhoiden-OP.

Auf einen Blick: Hä­mor­rhoi­den-OP

  • Nach Ausschöpfen anderer Therapieoptionen ist meist eine Hämorrhoiden-OP erforderlich.

  • Typischerweise erfolgen sie jedoch erst bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden ab Grad III oder IV.

  • Es stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung.

  • Schonendere Eingriffe wie Verödung, Gummibandligatur oder HAL können eine OP manchmal vermeiden.

  • Noch vor einer OP können Produkte wie der Postericare Hämorrhoiden-Stick bei einem fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden unterstützend helfen, indem die Hämorrhoiden in ihre physiologische Position zurückverlagert werden.

  • Nach der Operation unterstützen gute Wundpflege, Sitzbäder und eine ballaststoffreiche Ernährung die Heilung.

Häufig gestellte Fragen

Eine Hämorrhoiden-Operation ist sinnvoll, wenn andere Behandlungen keine ausreichende Linderung bringen. Außerdem kann eine Operation auch ab einem Hämorrhoidalleiden Grad III, also Hämorrhoiden, die auch im Alltag hervortreten können, direkt erwogen werden, wenn ein entsprechend hoher Leidensdruck vorliegt.

Zu den häufigsten Verfahren gehören unter anderem die Hämorrhoiden-OP nach Milligan-Morgan, nach Ferguson oder die sogenannte Stapler-Methode nach Longo. Auch minimal-invasive bzw. weniger invasive Techniken wie Laser oder HAL sind möglich.

Grundlage jeder Behandlung sollte eine effektive Basistherapie aus ballaststoffreicher Ernährung, ausreichender Trinkmenge und einem angepassten Toilettenverhalten sein.

Darüber hinaus können Symptome wie Juckreiz oder Brennen durch geeignete Salben wie Posterisan akut oder FAKTU lind gelindert werden. Produkte wie der Postericare Hämorrhoiden-Stick können helfen, Hämorrhoiden sanft zurückzuverlagern.

Zusätzlich stehen Fachärztinnen und Fachärzten noch weitere konservative Maßnahmen wie Gummibandligatur oder Verödung zur Verfügung, um vergrößertes Hämorrhoidalgewebe möglichst schonend und ohne richtige OP zu verkleinern.

Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem Ratgeber Hämorrhoiden behandeln.

Wie werden Hämorrhoiden vor Beginn der Therapie diagnostiziert?

Vor Beginn einer eventuellen Behandlung von Hämorrhoiden muss festgestellt werden, ob tatsächlich ein Hämorrhoidalleiden vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Dazu fragt der Arzt oder die Ärztin zuerst nach den vorhandenen Beschwerden. Zudem sind Informationen über bereits erfolgte Darmspiegelungen, Operationen am Enddarm sowie Fälle von Darmkrebs in der Familie wichtig. Hinzu kommen Fragen nach Stuhlgang, Essgewohnheiten und Lebensstil.

Die körperliche Untersuchung besteht aus mehreren Teilen. Sie hilft dabei, den Grad des Hämorrhoidalleidens zu beurteilen. Das ist wichtig für die anschließende Therapie.

  • Untersuchung des Afters: Ist er entzündet? Gibt es Hinweise auf einen Pilzbefall oder andere Erkrankungen? Zudem soll der Patient oder die Patientin wie beim Stuhlgang pressen. Damit lässt sich feststellen, ob vergrößerte Hämorrhoiden heraustreten.

  • Tastuntersuchung des Enddarms (digital-rektale Untersuchung): Damit lassen sich Schließmuskel und Analschleimhaut genauer untersuchen. Der Arzt oder die Ärztin führt dafür mithilfe eines Handschuhs und etwas Gleitmittel einen Finger in den Analkanal ein. Der/die Untersuchte liegt dabei auf der Seite.

  • Enddarmspiegelung (Prokto- und ggf. Rektoskopie): Sie kann den Verdacht auf ein Hämorrhoidalleiden bestätigen und andere Erkrankungen des Enddarms als Ursache für die Beschwerden ausschließen. Die Untersuchung selbst dauert nur einige Minuten und verursacht keine Schmerzen.

  • Tritt Blut im Stuhl auf, ist mitunter auch eine Spiegelung des gesamten Dickdarms (Koloskopie) sinnvoll. Damit soll vor allem ein Tumor als Ursache ausgeschlossen werden.

Arzt oder Ärztin zeigt mit einem Stift auf ein anatomisches Modell des Darms.

Hämorrhoiden-OP: Welche Möglichkeiten gibt es?

Bei Hämorrhoidalleiden dritten und vierten Grades kann eine chirurgische Behandlung, eine sog. Hämorrhoidektomie oder eine Hämorrhoidopexie, nötig sein. Für die Hämorrhoiden-Operation stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Welche Technik infrage kommt, ist unter anderem abhängig davon, wo sich die vergrößerten Gefäßknoten befinden und wie stark sie aus dem After hervortreten.

Hämorrhoiden-OP nach Longo (Stapler-Methode)

Bei der Hämorrhoiden-OP nach Longo (Stapler-Methode) werden nicht die vergrößerten Hämorrhoiden selbst entfernt, sondern die Schleimhaut direkt oberhalb der vergrößerten Gefäßpolster. Zum Einsatz kommt dabei ein sogenanntes Schneid-Klammer-Gerät (Stapler). Dieses Instrument kappt auch die blutversorgenden Gefäße und fixiert die verbliebene Schleimhaut an der Darmwand. Das sorgt dafür, dass die Hämorrhoiden schrumpfen und gleichzeitig nach oben gezogen werden (anales Lifting). Die Hämorrhoiden-OP nach Longo wird auch als Hämorrhoidopexie bezeichnet.

Hämorrhoiden-OP nach Milligan-Morgan

Bei der Milligan-Morgan-Methode zieht der Chirurg oder die Chirurgin den vergrößerten Hämorrhoidalknoten hervor und schneidet ihn heraus. Die Operationswunde bleibt anschließend offen, daher wird dieses Verfahren auch offene Hämorrhoidektomie (Ektomie = Entfernung) genannt.

Hämorrhoiden-OP nach Ferguson

Das Verfahren nach Ferguson ist eine Abwandlung der Milligan-Morgan-Methode. Beide Eingriffe verlaufen gleich. Der Unterschied besteht darin, dass die Operationswunde vollständig geschlossen wird. Daher wird die Ferguson-Methode auch als geschlossene Hämorrhoidektomie bezeichnet.

Minimal-invasive Verfahren

Wie bei allen operativen Eingriffen besteht auch bei einer operativen Hämorrhoiden-Therapie die Möglichkeit, dass Komplikationen wie etwa Schmerzen, Inkontinenz oder Blutungen nach dem Eingriff auftreten. Neuere, sogenannte minimal-invasive Verfahren kommen ohne Schnitte aus, wodurch das Risiko für Komplikationen sinkt. Dazu gehören vor allem folgende Methoden:

Bei der Radiofrequenztherapie werden die vergrößerten Hämorrhoiden unter lokaler Betäubung mit Radiofrequenzwellen behandelt. Das erwärmt und zerstört das Gewebe von innen heraus, der Knoten schrumpft.

Auch Laser kommen zum Einsatz: Bei der Hämorrhoidoplastie wird der Hämorrhoidalknoten mittels Laser von innen verkleinert und fixiert. Bei der sogenannten Hemorrhoid Laser Procedure (HeLP) verödet der Operateur oder die Operateurin nur die Gefäße, die den Knoten mit Blut versorgen.

Abschnüren, Veröden und Co.

Eine Hämorrhoiden-OP ist nicht in jedem Fall erforderlich. Meist werden zunächst kleinere Eingriffe vorgenommen, insbesondere bei Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades. Diese Eingriffe erfolgen in der Regel ambulant. Dazu zählen z. B. die Sklerorisierung (Hämorrhoiden veröden), Infrarotbehandlung, Gummibandligatur sowie die Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL). Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Hämorrhoiden behandeln.

  • Person öffnet eine Aufbewahrungsbox mit verschiedenen Medikamenten, Fläschchen und Salben.

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Hämorrhoiden ohne OP zurückverlagern

Bevor eine Hämorrhoiden-Operation notwendig wird, bietet z. B. der Postericare Hämorrhoiden-Stick eine wirkungsvolle, schonende Alternative, wenn vergrößerte Hämorrhoiden (Grad II–III) aus dem After hervortreten.

Durch gezielten, sanften Druck wird das hervorgefallene Gewebe wieder in den Analkanal zurückverlagert und dort gehalten. Da zurückverlagertes Gewebe weniger Reizungen ausgesetzt ist und über einen besseren Abfluss an angestauten Flüssigkeiten verfügt, wird dadurch eine Rückbildung der geschwollenen Gefäßpolster begünstigt und das Risiko für ein Voranschreiten der Erkrankung reduziert.

Sollten gleichzeitig akute Symptome wie starker Juckreiz auftreten, empfiehlt sich zur Linderung zusätzlich eine passende Salbe wie Posterisan akut.

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Hämorrhoiden-Operation mit Medikamenten begleiten

Schmerzen, die nach einer Hämorrhoiden-OP auftreten können, lassen sich durch verschiedene Maßnahmen lindern. In der Regel verabreichen Ärztinnen und Ärzte Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antiphlogistika (z. B. Ibuprofen) in Tablettenform zum Einnehmen. Manchmal empfehlen Ärztinnen und Ärzte auch Substanzen (z. B. sogenannte Kalziumkanalblocker oder Glyceroltrinitrat), die direkt als Salbe im Bereich der Operationswunde aufgetragen werden. Generell heilt eine offene Wunde durch eine entsprechende Wundbehandlung gut ab. Die Gabe von antibakteriell wirkenden Medikamenten (Antibiotika) ist nur in Ausnahmefällen nötig.

Wie kann ich die ärztliche Hämorrhoiden-Therapie unterstützen?

Verschiedene allgemeine Verhaltensmaßnahmen können die ärztliche Hämorrhoiden-Therapie unterstützen. Wichtig ist vor allem, starkes Pressen beim Toilettengang zu vermeiden – denn das verstärkt häufig die Beschwerden.

Dabei hilft es, Verstopfung durch ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit (mindestens eineinhalb bis zwei Liter pro Tag) vorzubeugen. Auch Hygiene kann eine Rolle spielen: Nach dem Stuhlgang ist es ratsam, den After sorgfältig zu reinigen (am besten mit Wasser abbrausen und vorsichtig trocken tupfen).

Hämorrhoiden nach der OP: Tipps zur Nachsorge

Direkt nach einer Hämorrhoiden-OP ist es wichtig, einige Dinge zu beachten. Dazu gehört:

  • etwa drei Wochen kein schweres Gewicht heben

  • tägliche Sitzbäder unterstützen die Heilung

  • sorgfältige Reinigung mit warmem Wasser nach dem Stuhlgang

  • Kontrolluntersuchungen wahrnehmen

  • Beschwerden wie Blutungen, Fieber oder Probleme beim Wasserlassen unbedingt zeitnah ärztlich abklären lassen

Generell kann es sein, dass sich die Gefäßpolster trotz der Hämorrhoiden-Operation erneut vergrößern und anale Beschwerden verursachen. Ein normaler Stuhlgang kann dem am besten vorbeugen.

Neben einer ballaststoffreichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann auch das Toilettenverhalten (zum Beispiel Stuhldrang nicht unterdrücken oder nicht zu lange auf der Toilette sitzen) dazu beitragen. Eine Ernährungsumstellung hat außerdem oft einen zusätzlichen Effekt: Oft lässt sich damit Übergewicht reduzieren, welches das Hämorrhoidalleiden begünstigen kann.

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Quellen

M. Freitas, J. Santos, M. Figueiredo, C. Sampaio, „Analysis of the main surgical techniques for hemorrhoids“, Journal of Coloproctology 36 (2016).

D. van de Hoef und A. Hogan, „Haemorrhoidal Artery Ligation Compared to Alternative Surgical Techniques for the Treatment of Grade II–IV Haemorrhoids: A Systematic Review“, Journal of Mind and Medical Sciences 10 (2023).

D. Symeonidis, M. Spyridakis, D. Zacharoulis et al., „Milligan–Morgan hemorrhoidectomy vs. hemorrhoid artery ligation and recto-anal repair: a comparative study“, BMC Surgery 22 (2022).

H. Ortiz, „Stapled hemorrhoidopexy versus Milligan-Morgan hemorrhoidectomy“, Annals of Surgery 245, 1 (2007).

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